ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2001Analgetika: Cannabinoide ohne Vorteile

MEDIZIN: Referiert

Analgetika: Cannabinoide ohne Vorteile

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LNSLNS Eine Metaanalyse von 20 randomisierten Studien zum Einsatz von Cannabis ergab keine Vorteile gegenüber herkömmlichen Analgetika vom Opioidtyp. Insgesamt konnten die Daten von 222 Patienten mit akuten oder chronischen Schmerzen bei malignen und nichtmalignen Erkrankungen ausgewertet werden. Bei keiner der Studien kam Cannabis selbst zur Anwendung, meist wurden orale Cannabinoide eingesetzt, so zum Beispiel Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC). Hierbei zeigte sich, dass Cannabinoide nicht effektiver als beispielsweise Codein in der Kontrolle von Schmerzen waren, aber ZNS-Nebenwirkungen wie Sedation aufwiesen, die ihren Einsatz limitierten. Bevor also Cannabinoide in die Therapie von speziellen Schmerzsyndromen eingeführt werden sollten, wären nach Ansicht der Autoren weitere valide, randomisierte Studien erforderlich. acc

Campell et al.: Are cannabinoids an effective and safe treatment option in the management of pain? A qualitative systematic review. BMJ 2001; 323: 14–16.

F. A. Campell, Pain Management Centre, Undercroft, South Block, Queens Medical Centre, Nottingham, NG7 2UH, England.

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Zadkiel
am Donnerstag, 20. Februar 2020, 10:02

Schlecht Recherchierter Artikel

Es dürfte mitlerweile nun hinreichend bekannt sein, dass synthetisch hergestellte Cannabinoide sogut wie keine Wirkung zeigen, Medikamente die direkt aus der Pflanze hingegen hergestellt werden hingegen schon.
Desweiteren ist die Behauptung das Cannabinoide gegenüber Opiaten / Opioiden keinerlei Vorteile bringt eine bodenlose Frechheit und spiegelt offenkundig die voreingenommene Meinung des Autors wieder, denn vorallem in der Schmerztherapie mit Opioiden zeigt sich der unterschied, diese führen zum einen bei langfristiger Einnahme zu einer der stärksten uns bekannten Abhängigkeiten, darüber hinaus haben auch Opiate bzw Opioide eine sedierende Wirkung. Als jemand der beide Schmerzmittel zu medizinischen Zwecken benutzt hat, kann ich nur sagen, dass jeder der die Wahl hat doch lieber zu Cannabisprodukten greifen sollte. Vorallem sollte man "rohes Pflanzenmaterial" benutzen und dieses weder rauchen noch dampfen sondern dieses für die orale Einnahme vorbereiten, Stichwort Canna-Butter oder Canna-Kokosöl. Bei Cannabisprodukten sind im Gegensatz zu Opiaten auch keine überempfindlichkeiten bekannt, die zum TOD! führen können, ebenso wie eine Überdosis sofern das Schmerzmittel nicht mit Naloxon versetzt ist. Für Cannabinoide sind mir solche extremen und gefährlichen Nebenwirkungen nicht bekannt. Cannabis konnte ich auch nach Wochenlanger fast täglicher oraler Einnahme auch einfach absetzen, bei Opioiden verhält sich das anders und ich es erschreckt mich immer wieder wie schnell und leichtfertig ein so extrem süchtig machender Stoff wie opioide verschrieben werden.

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