ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2001Impfstoff Gynatren : Erfolgreiche Therapie rezidivierender Kolpitis

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Impfstoff Gynatren : Erfolgreiche Therapie rezidivierender Kolpitis

Dtsch Arztebl 2001; 98(47): A-3146 / B-2654 / C-2310

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Birnenförmige Trichomonaden, die sich durch Zweiteilung vermehren, verursachen die chronische Kolpitis. Foto: Strathmann
Birnenförmige Trichomonaden, die sich durch Zweiteilung vermehren, verursachen die chronische Kolpitis.
Foto: Strathmann
Etwa fünf Millionen Frauen erkranken jährlich an einer Kolpitis. Oft erschweren Rezidive die Behandlung. Der Einsatz lokaler Therapeutika ist im akuten Fall zwar sinnvoll, kann aber erneute Infektionen nicht verhindern. Langfristigen Schutz vor Rezidiven bietet der biotechnologisch optimierte Impfstoff Gynatren® (Strathmann AG). Er induziert die Produktion von Antikörpern gegen aberrierende Vaginalkeime und regeneriert so die gestörte Döderlein-Flora.
26 klinische Studien an mehr als 2 800 Patientinnen belegen die Wirksamkeit und gute Verträglichkeit nicht nur bei unspezifischer bakterieller Kolpitis und Trichomoniasis, sondern auch bei Candidose. Besonders häufig tritt die unspezifische Kolpitis auf: Sie wird bei zehn bis 15 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter diagnostiziert. Pathologische Keime verdrängen die physiologische Vaginalflora, intakte Laktobazillen finden sich nur noch vereinzelt.
Immunologischer Schutz
Die Milchsäureproduktion sinkt; als Folge steigt der pH-Wert. In dem veränderten Milieu vermehren sich bevorzugt pathogene Keime, Rezidive werden begünstigt. Jede zehnte Patientin erleidet einen Rückfall. Die Ursache der rezidivierenden Kolpitis ist bisher ungeklärt. Exogene und endogene Faktoren können die natürliche immunologische Schutzfunktion der Vaginalflora beeinträchtigen, sodass das Risiko eines Rückfalls steigt.
Der Impfstoff Gynatren enthält inaktivierte Keime verschiedener Laktobazillus-Stämme und induziert die Bildung spezifischer Antikörper. Diese richten sich in erster Linie gegen aberrante Stämme der Döderlein-Flora, die nicht zum physiologischen Milieu beitragen. Außerdem werden über Kreuzreaktionen auch pathogene Erreger eliminiert. So kurbelt Gynatren die lokale Immunantwort an und erhöht die Konzentration der sekretorischen IgA-Antikörper (sIgA), die von protektiver Bedeutung für das Vaginalsekret sind. Die Döderlein-Flora wird langfristig rekonstruiert.
576 Teilnehmerinnen einer Anwendungsbeobachtung litten im Durchschnitt seit 3,5 Jahren unter einer rezidivierenden Kolpitis. Bei rund der Hälfte der Frauen handelte es sich um Mischinfektionen, bei knapp 15 Prozent verursachten pathogene Bakterien die Beschwerden, bei 23 Prozent wurde allein Candida albicans diagnostiziert. Die Patientinnen erhielten eine Grundimmunisierung in Form von drei aufeinander folgenden Spritzen im Abstand von zwei Wochen. Nach einem Jahr war zur Auffrischung eine vierte Injektion vorgesehen. Die Zahl der Rezidive sank nach der Therapie mit Gynatren um 82 Prozent. Knapp zwei Drittel blieben gänzlich rezidivfrei.
Ähnlich erfolgreich war die Therapie mit Gynatren in einer zweiten Studie bei wiederholt auftretender Candidiasis. 50 Patientinnen erhielten entweder drei oder fünf Gynatren-Injektionen – je nach Rezidivhäufigkeit. Eine Kontrollgruppe mit 30 Patientinnen blieb ohne Immunstimulation. Alle Gruppen wurden im Falle eines Infektes mit Antimykotika behandelt. Die Zahl der Reinfektionen nahm in den Verumgruppen um 75 beziehungsweise 84 Prozent ab, bei den nicht behandelten Frauen lediglich um 32 Prozent. Somit stellt der Impfstoff Gynatren eine sinnvolle Alternative zur systemischen Langzeittherapie mit Antimykotika oder Antibiotika dar. Das biotechnologische Produktionsverfahren gewährleistet dabei nach Firmenangaben eine exzellente Sicherheit. EB
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