ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2001Buprenorphin als Alternative zur Methadonsubstitution

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

Buprenorphin als Alternative zur Methadonsubstitution

Dtsch Arztebl 2001; 98(47): A-3146 / B-2654 / C-2310

EB

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LNSLNS Subutex® (Essex Pharma) ist ein Medikament zur Substitutionsbehandlung der Opiatabhängigkeit mit günstigem Sicherheitsprofil und stellt eine Alternative zur Methadonsubstitution dar. Der Inhaltsstoff Buprenorphin entspricht dem von Temgesic®, jedoch in höherer Dosierung. Subutex ist als Sublingualtablette in den Wirkstärken 0,4 mg, 2 mg und 8 mg verfügbar. Eine Zulassung von Subutex zur Schmerztherapie liegt nicht vor, wurde auch nicht beantragt.
In Frankreich wurde die Buprenorphin Sublingualtablette bereits 1996 zur Substitutionsbehandlung Drogenabhängiger zugelassen. Inzwischen profitieren mehr als 72 000 Drogenabhängige von dieser Therapie. Subutex ist insbesondere zur ersten Substitutionstherapie (First line) bei Opioidabhängigkeit im Rahmen medizinischer, sozialer und psychotherapeutischer Maßnahmen indiziert.
Buprenorphin ist ein Derivat von Thebain und wird halbsynthetisch hergestellt. Thebain ist eines der zahlreichen im Opium enthaltenen Alkaloide, zu denen zum Beispiel auch das Morphium gehört. Subutex besitzt eine hohe Affinität zum µ-Opioid-Rezeptor und wird daher
als Analgetikum eingesetzt. Eine Dysphorie, die in Verbindung mit anderen Opioiden auftreten kann, wird durch die antagonistische Wirkung am k-Rezeptor möglicherweise verhindert.
Aufgrund der antidepressiven Eigenschaften von Buprenorphin wird es ebenfalls als „Orphan-Drug“ bei therapierefraktären Depressionen und Schizophrenien eingesetzt. Darüber hinaus gibt es Untersuchungen an depressiven opioidabhängigen Patienten, die unter Subutex vergleichbare antidepressive Responderraten aufwiesen wie unter Methadon plus trizyklische Antidepressiva. EB
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