ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2001Lebensversicherung: Alternativen zur Kündigung

Versicherungen

Lebensversicherung: Alternativen zur Kündigung

Dtsch Arztebl 2001; 98(47): [87]

Combach, Rolf

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LNSLNS Von den bundesweit etwa 85 Millionen Lebensversicherungspolicen werden viele vorzeitig gekündigt. Arbeitslosigkeit, Rezession oder unvorhergesehene finanzielle Komplikationen sind die Gründe dafür. Doch die Kündigung ist ein schlechtes Geschäft. Welche Alternativen gibt es?
cash.life: Die cash.life AG ist das einzige Unternehmen hierzulande, das Kapitalversicherungen übernimmt und sie vertragsgemäß zu Ende führt. Vorteil für den Verkäufer: Er hat sofort Geld in seinen Händen, wenn auch mit Abschlägen. Die Kunden erhalten zwischen fünf und 15 Prozent mehr als beim üblichen Rückkauf über die Versicherung. Dabei muss der Rückkaufswert mindestens 30 000 DM erreichen, und die Restlaufzeit darf höchstens 15 Jahre betragen. „Wir sehen uns weder als Retter noch als Gegner der Assekuranten“, sagt Gerd A. Bühler, Mitbegründer von cash.life. Denn jede Police, die nicht in das Storno gehe, sondern in den Bestand von cash.life, senke die Stornoquote einer Versicherung. Eine hohe Stornoquote wiederum bedeute den Verlust von Marktanteilen und werde deshalb zu einem negativen Qualitätsmerkmal der Versicherung.
Verlängerung der Laufzeit: Unter Beibehaltung der Versicherungssumme lässt sich durch die Verschiebung des Ablauftermins eine Beitragsersparnis erzielen. Der Versicherungsnehmer beantragt, dass die Versicherung statt im 50. erst im 65. Lebensjahr ausgezahlt werden soll. Das kann sinnvoll sein, wenn es seine finanzielle Situation auch weiterhin erlaubt, regelmäßig einen geringen Teil der Beiträge zu zahlen.
Teilstundung der Beiträge (Mindestbeiträge): Der Versicherungsnehmer zahlt während der Stundungszeit (in der Regel bis zu einem Jahr) lediglich einen Risikoanteil, aus Vereinfachungsgründen zehn Prozent des bisherigen Beitrages. Sollen Zusatzversicherungen (zum Beispiel eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung) während der Stundungszeit weiter bestehen, ist der Beitragsanteil hierfür zusätzlich aufzuwenden. Die gestundete Beitragsdifferenz zuzüglich Zinsen (etwa acht Prozent) wird durch eine Vertragsänderung zum Ablauf der Stundung ausgeglichen. Der gestundete Betrag kann auf Wunsch auch nachgezahlt werden.
Policendarlehen: Besteht ein akuter Kapitalbedarf, so kann der Versicherungsnehmer seinen Vertrag beleihen. Die mögliche Höhe dieser Beleihung orientiert sich am Rückkaufswert. Die Versicherungssumme bleibt unverändert bestehen. Der Kunde nimmt weiterhin ungeschmälert an der Überschussbeteiligung teil.
Überschuss-Verwendung: Die Überschussanteile können auch zur Deckung des Beitrages verwendet werden. Die durch die Überschussanteile gezahlten Beiträge können dann jedoch nicht mehr als Vorsorgeaufwendungen steuerlich abgesetzt werden. Wünscht der Versicherungsnehmer allerdings eine Auszahlung von Überschüssen, kann das steuerliche Nachteile nach sich ziehen (Kapitalertragsteuer).
Beitragsfreistellung: Die Verpflichtung zur Beitragszahlung entfällt. Dies zieht allerdings auch eine deutliche Verringerung des Versicherungsschutzes nach sich. Die beitragsfreie Versicherungssumme errechnet sich aus der rechnungsmäßigen Verzinsung des Rückkaufswertes am Tag der Umstellung minus erforderlicher Risikobeiträge. Rolf Combach
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