ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2001Mitteilungen: Erläuterungen zu den Soziotherapie-Richtlinien des Bundes­aus­schusses der Ärzte und Krankenkassen

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Mitteilungen: Erläuterungen zu den Soziotherapie-Richtlinien des Bundes­aus­schusses der Ärzte und Krankenkassen

Dtsch Arztebl 2001; 98(48): A-3232 / B-2732 / C-2540

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Im GKV-Gesundheitsreformgesetz 2000 hat der Gesetzgeber in § 37 a SGB V einen Leistungsanspruch auf Soziotherapie von Versicherten, die wegen schwerer psychischer Erkrankungen nicht in der Lage sind, ärztliche oder ärztlich verordnete Leistungen selbstständig in Anspruch zu nehmen, definiert.
Gemäß § 37 a SGB V sollten vom Bundes­aus­schuss der Ärzte und Krankenkassen Soziotherapie-Richtlinien verabschiedet werden. Diese Richtlinien sollen die Durchführung von Soziotherapie und insbesondere Voraussetzungen, Art und Umfang der Versorgung mit Soziotherapie definieren. Dabei sollen insbesondere die Krankheitsbilder, bei deren Behandlung im Regelfall Soziotherapie erforderlich ist, die Ziele, der Inhalt, der Umfang, die Dauer und die Häufigkeit der Soziotherapie, die Voraussetzungen, unter denen Ärzte zur Verordnung von Soziotherapie berechtigt sind, die Anforderungen an die Therapiefähigkeit des Patienten und Inhalt und Umfang der Zusammenarbeit des verordnenden Arztes mit dem Leistungserbringer definiert werden.
In den am 23. 8. 2001 vom Bundes­aus­schuss beschlossenen Richtlinien sind diese in § 37 a aufgeführten Regelungsinhalte definiert. Die Richtlinien enthalten folgende Abschnitte: Grundlagen und Ziele, Indikation und Therapiefähigkeit, Leistungsinhalt, Verordnung und Leistungsumfang, Inhalt und Umfang der Zusammenarbeit des verordnenden Arztes mit dem Leistungserbringer und die Genehmigung von Soziotherapie.
Im Abschnitt II der Richtlinien ist die Indikation für Soziotherapie durch die geforderte Kombination ICD-10-Diagnose, Fähigkeitsstörungen und Schweregrad anhand der so genannten GAF-Skala klar definiert. Damit soll auch eine eindeutige Abgrenzung der Soziotherapie gegenüber der häuslichen Krankenpflege bei psychisch Kranken erreicht werden. Die Verordnungsmöglichkeit für Soziotherapie ist auf die Gruppe der Nervenärzte und Psychiater begrenzt. Andererseits gibt es die Möglichkeit der Verordnung von bis zu drei Therapieeinheiten zur Motivierung des Patienten durch einen soziotherapeutischen Leistungserbringer, eine Überweisung zu einem verordnungsbefugten Arzt wahrzunehmen, die von allen Vertragsärzten vorgenommen werden kann. Weiterhin sind in den Richtlinien die Dauer einer Soziotherapieeinheit, Bedingungen für eine gruppentherapeutische Soziotherapie-Maßnahme und die Inhalte des soziotherapeutischen Betreuungsplans definiert. Im Abschnitt V zur Zusammenarbeit des verordnenden Arztes mit dem Leistungserbringer sind regelmäßige Abstimmungsgespräche, mindestens jeden zweiten Monat, vorgesehen.
Die Verordnungen von Soziotherapie sind genehmigungspflichtig. Die eigentlichen soziotherapeutischen Leistungen werden von den soziotherapeutischen Leistungserbringern, deren Qualifikation gemäß § 132 b SGB V von den Spitzenverbänden der Krankenkassen zu definieren ist, erbracht.
Das In-Kraft-Treten dieser Richtlinien wird zum 1. 1. 2002 erfolgen, da ein früheres In-Kraft-Treten nicht praktikabel erschien. Die Begründung hierfür ist, dass erst bis dahin die flankierenden Beratungen für die ergänzend notwendigen Vordruckmuster, die sich aufgrund der Richtlinien ergeben, erfolgt sein können.
Es wird drei zusätzliche neue Vordruckmuster geben, die auf die Soziotherapie bezogen sind. Diese werden als Vordruckmuster 26 (Verordnung von Soziotherapie), 27 (Soziotherapeutischer Betreuungsplan) und 28 (Verordnung bei Überweisung zur Indikationsstellung für Soziotherapie) Bestandteil der Vordruckvereinbarung. Beachen Sie bitte hierzu gegebenenfalls ergänzende Veröffentlichungen. Die Soziotherapie-Richtlinien sind im Bundesanzeiger Nr. 217 vom 21. 11. 2001 veröffentlicht.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema