ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2001Fortbildung: Qualitätsmanager sind gefordert

POLITIK: Die Glosse

Fortbildung: Qualitätsmanager sind gefordert

Dtsch Arztebl 2001; 98(48): A-3167 / B-2685 / C-2492

Wiedensohler, Ralph

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LNSLNS Prozessoptimierung und Steuerung gewinnen zusehends an Bedeutung


Qualitätsmanagement (QM) mit systematischen Prozess-Optimierungen und kontinuierlicher Steuerung erlangt im Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung. Das unternehmensweite Verständnis der Grundbegriffe und das Beherrschen der grundlegenden Methodiken des QM stellen solide Säulen einer künftig erfolgreichen Unternehmensführung dar.
Qualifizierte Ausbildung
Längst reicht es für im Gesundheitswesen tätige Personen nicht mehr aus, scheuklappenartig interessiert und ausschließlich isoliert fachlich qualifiziert zu sein. Das Anforderungs- und Qualifikationsprofil von Personen im Gesundheitswesen, insbesondere von künftig leitenden, befindet sich derzeitig in einem kompromisslosen Wandlungsprozess.
Gefragt sind integrative, proaktive Denkansätze und Mitarbeiter mit zielsicheren persönlichen Kompetenzen sowie Flexibilität, Mobilität und Kreativität.
Je früher sich ein Krankenhaus, ein ambulanter Pflegedienst oder eine Arztpraxis damit befasst, diese Schlüsselkompetenzen bei seinen Mitarbeitern sicherzustellen, desto wahrscheinlicher wird das Überleben dieser Einrichtung in einer derzeitig so beängstigenden Zeit mit existenziell bedrohlichen Rahmenbedingungen.
Qualitätsmanagement und vor allem Umfassendes Qualitätsmanagement (UQM) stellen unverzichtbare Meilensteine für das erfolgreiche Betreiben und langfristige Überleben einer Gesundheitseinrichtung dar.
Die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ), Frankfurt/Main, führt in Kooperation mit der Akademie für ärztliche Fortbildung Rheinland-Pfalz eine Lehrgangsreihe „Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen“ durch, die exakt diese Schlüsselkompetenzen vermittelt. Das Kurssystem wendet sich an alle Mitarbeiter der klassischen drei Säulen im Gesundheitswesen: Ärzteschaft, Pflegeberufe und administrativen Bereich. Eine isolierte Ausbildung widerspräche ganz entscheidenden Grundgedanken vom QM – nämlich der Interdisziplinarität und der Interprofessionalität. Die Erfahrung der durchgeführten Lehrgänge zeigt, dass die Teilnehmer gerade von diesem Austausch profitieren und sich vor allem bei berufsgruppenübergreifenden Lösungsansätzen facettenreiche Synergien entwickeln. Einige Krankenhäuser machen sich dies gezielt zunutze, indem sie beispielsweise operativ tätige Ärzte zusammen mit OP-Pflegekräften für einen Lehrgang anmelden.
Struktur der Lehrgangsreihe
Die Ausbildung zum Qualitätsmanager umfasst 200 Stunden in fünf Kurswochen und wird nach den Vorgaben des Curriculums „Ärztliches Qualitätsmanagement“ der Bundes­ärzte­kammer durchgeführt.
In den beiden ersten Lehrgangswochen werden die QM-Grundlagen
sowie das Instrument der Internen Qualitätsaudits (DIN EN ISO ISO 9001) gelehrt und in zahlreichen Gruppenarbeiten praktisch angewandt und vertieft. Die dritte Kurswoche befasst sich mit Epidemiologie, medizinischer Statistik und gesundheitsökonomischen Fragen. In der vierten Woche wird das Thema „Total Quality Management (TQM)“ behandelt und neben gängigen internationalen Modellen auch das derzeit in der Erprobungsphase befindliche KTQ-Zertifizierungsverfahren (Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus) vorgestellt und erörtert. Die fünfte Kurswoche dient der Gestaltung eines virtuellen Krankenhauses nach umfassenden Qualitäts- und Managementaspekten, das von den Kursteilnehmern durch Zusammenfügen von Projektarbeiten kreiert wird.
Die Kursreihe kann mit einer Prüfung mit Erlangen des Zertifikats „Qualitätsmanager im Gesundheitswesen“ abgeschlossen werden.
Gute Chancen für die Absolventen
Der Kursabsolvent erlernt die universell einsetzbaren Grundzüge einer qualitätsorientierten modernen Unternehmensführung und lernt, diese praxisnah im Gesundheitswesen anzuwenden. Besonders gewinnbringend ist die individuelle Erweiterung der persönlichen und methodischen Kompetenzen, trainiert durch zahlreiche freie Vorträge und überzeugende Präsentationen während der Lehrgänge. Viele Teilnehmer konnten sich bisher aufgrund dieser Ausbildung und des erlangten Abschlusses in neue medizinische Berufsfelder wie das Medizinische Controlling, das Qualitätsmanagement oder das Beratungswesen verändern.
Das Gesundheitswesen benötigt dringend medizinisches Fachpersonal mit gleichzeitig guten Managementkenntnissen und hohen persönlichen Kompetenzen. Das Erlernen und die Anwendung von systematischen Ma-
nagementmethoden (TQM) mit Integration der verschiedensten Anforderungen (DRGs, Zertifizierung nach KTQ, Gesetzesänderungen) werden im Gesundheitswesen verlaufsbestimmend sein.
Dr. med. Ralph Wiedensohler
Eumeniusstraße 3
50679 Köln
E-Mail: ralph.wiedensohler@t-online.de
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