ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2001Disease Management: Nur ein DMP je Krankheitsbild akzeptieren

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Disease Management: Nur ein DMP je Krankheitsbild akzeptieren

Dtsch Arztebl 2001; 98(48): A-3190 / B-2702 / C-2509

Popert, Uwe

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LNSLNS Prof. Lauterbach war ja als Gesundheitsökonom noch nie dafür haftbar, was er tat und sagte. Seit Jahren versucht er, den Deutschen die Eigenheiten des maroden US-amerikanischen Gesundheitswesens als Vorbilder zu verkaufen. Sollte Frau Schmidt seine Vorschläge zur Anwendung von „drei bis vier evidenzbasierten Leitlinien je Krankheitsbild“ umsetzen, wird sie möglicherweise das schaffen, was trotz der zahlreichen Reformen noch niemandem gelungen ist: das deutsche Gesundheitswesen endgültig lahm zu legen.
Sollen tatsächlich Diabetiker der BEK mit anderen Medikamenten und nach anderen Kriterien behandelt werden als die der BKK, der AOK, der DAK usw.? Was passiert, wenn der Patient seine Kasse wechselt? Wie soll ein Arzt vier mal zehn DMP gleich 40 Disease-
Management-Programme gleichzeitig im Kopf haben und nebenher auch noch eine vernünftige Medizin machen? (Schließlich hat unser Tag weiterhin nur 24 Stunden, und wir müssen jede bürokratische Neuerung von der ohnehin knappen Zeit der Patientenbetreuung abknapsen.) Da bei der jetzigen Situation nicht mit der plötzlichen Einkehr von Vernunft oder Praxisnähe im Ge­sund­heits­mi­nis­terium zu rechnen ist, wird den Niedergelassenen nur noch eines bleiben: über starke KVen oder Netze nur ein DMP je Krankheitsbild zu akzeptieren!
Uwe Popert, Gesundheitsnetz Nordhessen, Dörnbergstraße 21, 34119 Kassel
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