ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2001Disease Management: Bisher vor allem - Vorschusslorbeeren

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Disease Management: Bisher vor allem - Vorschusslorbeeren

Dtsch Arztebl 2001; 98(48): A-3190 / B-2702 / C-2509

Hakimi, Rainer

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LNSLNS . . . Zwei Dinge dürfen bei Disease-Management-Programmen (DMP) allerdings nicht übersehen werden:
! Die medizinische Qualität der Disease-ManagementProgramme ist entscheidend. Denn nur mit Qualität lässt sich eine tatsächliche Verbesserung der Versorgung von chronisch Kranken erreichen. Disease Management muss somit evidenzbasiert sein, was die intensive Einbindung der Ärzteschaft und der medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften erfordert. In puncto Qualitätskriterien bleibt Lauterbach allerdings enttäuschend unkonkret, wenn er sagt, es gehe nicht um eine Kochbuchmedizin, sondern um ein „kluges“ Disease
Management, das aus „drei oder vier“ evidenzbasierten Leitlinien auswählt. Eine Kochbuchmedizin gab es in der modernen Medizin nie und wird es auch nicht geben.
! Wenn die Krankenkassen – wie beabsichtigt – Disease-Management-Projekte alleine „stricken“, ist die Gefahr viel zu groß, dass Marketing- und finanzielle Aspekte neben fehlendem ärztlichen Sachverstand die Qualität der Disease-Management-Programme so stark verwässern, dass zwar die Rückzahlung aus dem Risiko­struk­tur­aus­gleich aus formalen Gründen erfolgt, aber die Verbesserung der Versorgung chronisch Kranker keineswegs gegeben ist.
Und dies würde dann den Sinn der Disease-Management-Programme ad absurdum führen. Man darf in diesem Zusammenhang nicht
vergessen, dass DMP zunächst einmal viel Geld kosten und ihre Effizienz und Effektivität erst noch beweisen müssen. Bisher erhalten DMP vor allem Vorschusslorbeeren . . .
Dr. med. Rainer Hakimi, Goldtäleweg 11, 70327 Stuttgart
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