ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2001Kurzzeittherapie der Streptokokken-Tonsillopharyngitis: Gleichwertige Antibiotika

MEDIZIN: Diskussion

Kurzzeittherapie der Streptokokken-Tonsillopharyngitis: Gleichwertige Antibiotika

Dtsch Arztebl 2001; 98(48): A-3215 / B-2585 / C-2337

Scholz, Martin; Scholz-Kühn, Dunja

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LNSLNS Die Autoren behaupten, es müsste wegen hoher Versagerquoten und mangelnder Compliance eine Neubewertung der Therapie der A-Streptokokken-Tonsillopharyngitis durchgeführt werden.
Es stellt sich die Frage: Warum? In der klinischen und bakteriologischen Wirksamkeit war Penicillin den übrigen Antibiotika gleichwertig. Der Anteil der asymptomatischen Streptokokkenträger war identisch. Alle isolierten Streptokokken waren gegen Penicillin sensibel. Es wurde lediglich eine Post-Streptokokken-Glomerulonephritis bei 4 780 Patienten dokumentiert, wobei nicht erwähnt wird, ob sie nach der Therapie mit Penicillin oder einem der anderen Antibiotika aufgetreten war.
Die einzigen Argumente, die die Autoren gegen Penicillin aufbringen können, sind, dass nach Therapie mit den anderen Antibiotika die klinischen Symptome rascher abgeklungen sind und drei Prozent weniger Rezidive aufgetreten waren. Wäre das Penicillin, wie für Kleinkinder empfohlen, mit 100 000 Einheiten pro Kilogramm dosiert gewesen, wäre vielleicht auch bei diesem Vergleich kein Unterschied vorhanden gewesen.
Ist es wirklich sinnvoll bei einer bakteriologisch bestens bekannten Erkrankung Medikamente zu verwenden, die ein sinnlos breites antibakterielles Spektrum haben, zum Teil die Darmflora erheblich in Mitleidenschaft ziehen und auch meistens noch teurer sind als Penicillin?
Bei der zunehmenden Diskussion über Bakterienresistenzen erscheint es uns sinnvoller, Studien durchzuführen, bei denen höher dosiertes Penicillin nur zweimal täglich sieben Tage lang verabreicht wird.

Dr. med. Martin Scholz
Dr. med. Dunja Scholz-Kühn
Eggerstraße 2
94469 Deggendorf

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