ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2001Tiefe Venenthrombose: Dreimonatige und einjährige Gerinnungshemmung gleichwertig

MEDIZIN: Referiert

Tiefe Venenthrombose: Dreimonatige und einjährige Gerinnungshemmung gleichwertig

Dtsch Arztebl 2001; 98(48): A-3217 / B-2722 / C-2529

silk

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Bei Patienten mit idiopathischer tiefer Venenthrombose wird die Zahl der wiederauftretenden Thrombosen gesenkt, wenn die Antikoagulation länger als drei Monate fortgesetzt wird, allerdings nur für die Dauer der Therapie. Nach Ende der Behandlung lassen sich für die Betroffenen keine Vorteile im Vergleich zur kürzeren Gabe von Gerinnungshemmern darstellen. Das ist das Ergebnis einer randomisierten Studie, bei der 267 Patienten im Alter von 15 bis 85 Jahren mit einer ersten Episode einer idiopathischen Thrombose der tiefen Bein- und Beckenvenen – definiert als das Auftreten einer Thrombose in Abwesenheit von diagnostizierten Krebserkrankungen, Trombophilien, vorhergehender Immobilisation durch Unfall oder eine Operation sowie einer Vorgeschichte von Schwangerschaft, Entbindung oder oralen Kontrazeptiva – nach dem Zufallsprinzip entweder drei Monate oder ein Jahr lang marcumarisiert wurden (INR zwischen 2,0 und 3,0). Von den 134 Patienten, die länger behandelt worden waren, erlitten 21 nach Absetzen der Gerinnungshemmer wieder eine Thrombose; ebenso viele waren es bei den 133 Patienten mit kürzerer Therapiedauer. Ein Rückfall trat während der Behandlung auf, vier Patienten erlitten Episoden starker Blutungen, die jedoch nicht tödlich endeten. Nach Therapieende lag die Rate der Rückfälle bei 5,0 Prozent pro Patientenjahr bei denjenigen mit dreimonatiger Behandlung, verglichen mit 5,1 Prozent bei denjenigen, die neun Monate länger gerinnungshemmende Mittel einnahmen. silk

Agnelli G et al. (the warfarin oral duration italian trial investigators): Three months versus one year of orale anticoagulant therapy for idiopathic deep venous thrombosis. N Engl J Med 2001; 345: 165–169.

Prof. Agnelli in der Sezione di Medicina Interna e Cardiovascolare, Dipartimento di Medicina Interna, Università di Perugia, Via Enrico dal Pozzo, 06123 Perugia, Italien, oder agnellig@unipg.it

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema