ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2001Buprenorphin-Matrixpflaster: Transdermal gegen den Schmerz

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Buprenorphin-Matrixpflaster: Transdermal gegen den Schmerz

Dtsch Arztebl 2001; 98(48): A-3220 / B-2712 / C-2402

Vetter, Christine

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LNSLNS Aufbau eines Matrixpflasters

Patienten mit chronischen Schmerzen stehen unter erheblichem Leidensdruck. Doch ihre Lebensqualität kann durch eine effektive Schmerztherapie gebessert werden, das gilt insbesondere, wenn ein Schmerzpflaster eingesetzt wird. Dann nämlich wird der Schmerzpatient unabhängig von der Medikamenteneinnahme nach der Uhr. Er kann wieder durchschlafen und wird bis zum Pflasterwechsel nach drei Tagen nicht ständig an seine Grunderkrankung erinnert.
Realisieren lässt sich die transdermale Behandlung mit einem neuen Schmerzpflaster mit dem Wirkstoff Buprenorphin. Es handelt sich um ein stark wirksames Opioid, das in Form der Sublingualtabletten bereits seit vielen Jahren in der Schmerztherapie genutzt wird. Der Wirkstoff steht jetzt auch als Matrixpflaster unter dem Handelsnamen Transtec® (Grünenthal) zur Verfügung. Vorteilhaft ist, dass Patienten, die transdermal behandelt werden, ihre Schmerzspitzen mit dem gleichen Wirkstoff als Buprenorphin-Sublingualtablette kupieren können.
Das Buprenorphin-Pflaster eignet sich zur breiten Anwendung sowohl bei Schmerzen, die durch Erkrankungen des Bewegungsapparates hervorgerufen werden, als auch bei Tumorschmerzen. Eine innovative Matrix-Technologie sorgt für konstante Wirkstoffspiegel über die gesamte Tragedauer, was bei den Patienten eine zuverlässige Schmerzkontrolle gewährleistet. Gleichzeitig ist das neue Matrixpflaster robuster als die Reservoirpflaster. Denn das Opioid ist in eine Polymermatrix eingebettet und wird aus dieser gleichmäßig freigesetzt. Es gibt kein Flüssigkeitsreservoir, und selbst bei Beschädigung des Pflasters besteht somit nicht die Gefahr einer Überdosierung.
Das Pflaster ist in drei Wirkstärken im Handel (0,8, 1,2 und 1,6 mg, was einer Freisetzungsrate von 35, 52,5 sowie 70 µg pro Stunde entspricht) und einfach anzuwenden: Es wird auf die trockene, saubere Haut geklebt, wobei Haare zuvor entfernt werden sollten. Das Pflaster wird etwa 30 Sekunden angedrückt, damit eine gute Klebeeigenschaft gewährleistet ist. Der Patient kann dann damit sogar duschen, baden und Sport treiben. Nach drei Tagen ist ein Pflasterwechsel erforderlich; dabei sollte eine andere Hautstelle gewählt werden. Das Schmerzpflaster wurde in einem klinischen Entwicklungsprogramm im Rahmen von drei doppelblind-randomisierten Studien bei 455 Patienten mit mäßigen bis starken chronischen Schmerzen geprüft, und zwar sowohl bei Patienten mit Tumorschmerzen als auch solchen mit Schmerzen benigner Natur wie beispielsweise bei einer Osteoporose oder einer rheumatischen Erkrankung. Es wurde nach Dr. med. Reinhard Sittl, Erlangen, eine Schmerzreduktion um bis zu 70 Prozent erwirkt, gleichzeitig nahm die Rate derjenigen Patienten, die ungestört durch Schmerzen länger als sechs Stunden schlafen konnten, deutlich zu.
Das Pflaster erwies sich als gut verträglich, die gastrointestinalen Nebenwirkungen waren gering, Übelkeit und Erbrechen waren seltener als sonst unter Opioiden, und auch die Obstipationsrate war mit nur 5,3 Prozent auffallend niedrig. Christine Vetter
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