ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2001Fondspolicen: Gestrüpp

VARIA: Schlusspunkt

Fondspolicen: Gestrüpp

Dtsch Arztebl 2001; 98(48): [104]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Die Bezeichnung „fondsgebundene Lebensversicherung“ kann für sich bestimmt nicht den Anspruch erheben, von ästhetischer
Erhabenheit zu sein. Gleichwohl ist diese Form der Geldanlage ein unglaublicher Renner, was ebenfalls für das Schwesterprodukt „fonds-
gebundene Rentenversicherung“ gilt.
Dabei mag die Wortwahl durchaus eine Rolle spielen, denn mit der Qualitätsaussage „gebunden“ assoziieren offenbar viele Anleger, dass
die dahinter stehende Gesellschaft den Interessen des Sparers eng verbunden ist, sich quasi ein doppelter Sicherungseffekt dahinter verbirgt. „Eine Versicherung, die auch noch an was gebunden ist, wie schön, dass ich der Assekuranz so sehr am Herzen liege“, mag da so mancher warmherzig denken.
Ein wesentliches Verkaufsargument für die gleichermaßen fondsgebundenen Lebensversicherungen wie auch Rentenversicherungen ist, die typische Sicherheit des eigentlichen Assekuranzproduktes, gekoppelt mit der Rendite eines Investmentfonds, bündele die Erwartungen des Anlegers an gut schlafen (Versicherung), aber auch gut essen (Fonds) in idealer Weise.
So weit der theoretische Anspruch. Ob sich Wunsch und Wirklichkeit wohltemperiert die Waage halten, ist durchaus nicht in allen Fällen gesichert. Grundsätzlich ist es schon eine Geschmacksfrage, zwei unterschiedliche Produkte so zu verknüpfen, dass zumindest die Gefahr der Intransparenz besteht.
Wer aber die im Prinzip akzeptable Idee gut findet, ist jedenfalls gut beraten, sich vorher genau zu informieren. Das Problem bei etlichen
Finanzprodukten dieser Art sind die für meinen Geschmack manchmal überdurchschnittlich hohen Kosten für den Verwaltungsaufwand.
Gerade im Rahmen der Rentenreform, die ab Januar 2002 in Kraft tritt, ist die Gefahr recht groß, dass einige Gesellschaften den Anlagenotstand zulasten hoher Gebührenmodelle ausnutzen. Aber auch bei Angeboten, die heute schon im Markt sind, können bei genauem Hinsehen eklatante Preisunterschiede identifiziert werden.
Wer also mit dem Abschluss solcher Verträge liebäugelt, sollte sich genau informieren und notfalls fachlich beraten lassen. Das kann sich Jahre später als sehr segensreich erweisen.
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