ArchivDÄ-TitelSupplement: ReisemagazinReisemagazin 3/2001Berner Oberland/Mürren: Schneesichere Region

Supplement: Reisemagazin

Berner Oberland/Mürren: Schneesichere Region

Dtsch Arztebl 2001; 98(49): [8]

Scheiper, Renate V.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Foto: Renate V. Scheiper
Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Foto: Renate V. Scheiper
T ief hängen die Zweige der Tannen unter ihren Schneelasten. Stahlblau wölbt sich der Himmel über der Landschaft. Kein Laut ist zu hören auf der Langlaufpiste oberhalb des kleinen Örtchens Mürren, außer dem Zischen der Ski. Zu unseren Füßen
liegt eine weiße Welt des Friedens, die durch keinen Autolärm oder Abgase gestört wird. Denn der idyllische 350-Seelen-Ort ist nur von Lauterbrunnen aus über Grütschalp mit der Mürren-Bahn zu erreichen. Keine Discos stören die abendlich-beschauliche Stimmung, wenn das Panorama der sich am Horizont erhebenden Gipfel von Jungfrau, Eiger und Mönch von den letzten Sonnenstrahlen verzaubert wird. Langweilig wird es trotzdem nicht. Gemütliche Restaurants und Cafés verführen dazu, sich mit Einheimischen oder anderen Touristen zu treffen. Außerdem finden viele Wintersportveranstaltungen statt wie Eiskunstlauf, Skirennen, Snowboard-Cup und Inferno-Skirennen.
Präparierte Wanderwege
Spezialität von Mürren sind wohl präparierte Wanderwege, besonders für Fußgänger ohne Ski. Einer der landschaftlich schönsten Strecken beginnt in 1 907 Meter Höhe, wohin man zunächst mit der schon vor neunzig Jahren gebauten Allmendhubel-Bahn zum Aussichtsrestaurant fährt. Mit roten Nasen wärmen sich bei zwölf Grad minus draußen Lang- und Abfahrtsläufer auf bei einer kräftigen Jause, um danach gestärkt wieder auf
die Pisten zu gehen. Auch Langlauf-Loipen führen von hier aus in verschiedene Richtungen. Besondere Attraktion aber ist für Kinder und Erwachsene die hier oben beginnende Rodelbahn, die in Mürren endet. Auf dem Wanderweg, der über das idyllische Örtchen Blumental führt, muss man immer wieder stehen bleiben, um die Berglandschaft zu genießen. Unten dann im Ort kann man zwar nicht unter die Räder geraten, wohl aber unter Schlittenkufen, wenn die Rodler den letzten Hang herabgesaust kommen.
Markantester Gipfel über Mürren ist das 2 970 Meter hohe Schilthorn, „Piz Gloria“ genannt, seit 1969 hier oben und auf den Pisten der James-Bond-Film „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ gedreht wurde. Ausschnitte davon sind in einem Videofilm zu sehen, in dem das Dreh-Restaurant, beliebte Station für Skiläufer, der Hauptdarstellungsort ist. Innerhalb einer Stunde ziehen hinter der getönten Scheibe des Restaurants die majestätischen Gipfel von Eiger, Mönch und Jungfrau zum Greifen nah vorbei, in der Ferne sogar der Mont Blanc, die Bergketten von Vogesen und Schwarzwald. 200 Gipfel sollen zu sehen sein.
Mehr als gute Abfahrtsläufer wedeln vom Schilthorn in die Tiefe. Kühne Snowboarder stürzen sich einen fast steilen Hang zwischen eng stehenden Buckeln hinab. Wem das alles zu riskant ist, kann seine Ski nehmen und hinunterfahren bis zur Station Birg mit großer Sonnenterrasse, um von dort aus eine ihm angemessene Piste in Angriff zu nehmen. Das Besondere in der Region: Nirgends stehen Menschentrauben an den Liften; man wartet selten länger als fünf Minuten. In Mürren selbst steigt jeder gleich vor dem Hotel oder der Pension in seine Ski und fährt zum Lift.
Im Komplex des Hallenbades mit der großen Eisbahn davor, auf der sich eifrig Touristen im Curling üben, ist ein interessantes kleines Sport-Museum sehenswert mit wechselnden aktuellen Ausstellungen. Dokumente und Fotos überzeugen, dass dieses kleine Örtchen auf einem Plateau hoch über dem Lauterbrunnental die Wiege des alpinen Skisports war – wahrscheinlich, weil der Ort im Winter nicht anders als mit Skiern zu erreichen war. Früh haben die Engländer dieses versteckte Kleinod entdeckt. Sogar General Montgomery war hier. Die Insulaner brachten denn auch den Sport des Curling nach Mürren, bei dem ein flacher, runder Stein mit Griff über das Eis geschleudert und von Mitspielern durch heftiges Schrubben mit Besen in eine bestimmte Zielrichtung gelenkt wird. Dieses Bemühen der Spieler wirkt belustigend auf die Zuschauer.
Zum Jungfraumassiv
Um zum Jungfraumassiv zu kommen, das vom Schilthorn aus so nah scheint, muss man mit der Bahn nach Lauterbrunnen hinunterfahren und auf der anderen Talseite wieder hinauf über Wengen bis Kleine Scheidegg. Hier tummeln sich viele Urlauber und Skiläufer. Wir steigen um in die Jungfraubahn, bewundern den Eigergletscher mit seinen tiefblauen Spalten, und gleich darauf verschwindet die Bahn im Tunnel des Berges. Mitten drin hält der Zug an einer Station zum Aussteigen und Staunen. Denn in die bei Bergsteigern berüchtigte Eiger-Nordwand wurde eine große, dick verglaste Öffnung hineingearbeitet, durch die man ehrfürchtig einen Blick werfen kann auf die steil abfallende, ebenfalls vergletscherte Wand. Bereits 1912 wurde die schwierige Bahnstrecke durch den Berg auf das Jungfraujoch fertig gestellt. Heute befindet sich
hier außer dem nur Wissenschaftlern zugänglichen Observatorium eine mehrstöckige, moderne Anlage sogar mit Hotel. Renate V. Scheiper

c Informationen: Schweiz Tourismus, Postfach 16 07 54, 60070 Frankfurt/Main. Info-Telefon: 0 08 00/ 10 02 00 30, Telefax: 0 08 00/
10 02 00 31 (beide gebührenfrei); E-Mail: Info@schweiz.de; www.my switzerland.com.
Tourist Information, CH-3825 Mürren, Tel.: 00 41/33/8 56 86 86, Fax: 8 56 66 96, E-Mail: info@
muerren.ch; www.muerren.ch.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema