VARIA: Bücher

ENIGMA

Dtsch Arztebl 2001; 98(49): A-3307 / B-2789 / C-2590

Schmitt, Eric Emmanuel

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Ohrenschmaus
Philosophisches Streitgespräch
Eric Emmanuel Schmitt: ENIGMA. Hörspiel. Der Audio Verlag GmbH, 2001, 1 CD mit Booklet (16 Seiten), 77 Minuten, 32,95 DM
(Meeresrauschen, Klaviermusik, zwei Schüsse)
Larsen: „Schnell, tun Sie etwas, man hat eben auf mich geschossen. Was ist hier los?“
Znorko: „Nichts Dramatisches, ich habe Sie nicht getroffen, das ist alles.“
Erik Larsen, Journalist, besucht den Literatur-Nobelpreisträger Abel Znorko in dessen Eremitage. Was eigentlich ein Interview über Znorkos Briefroman einer leidenschaftlichen Liebesbeziehung werden sollte, eskaliert zum raffiniert sarkastischen Wortduell. Dabei begeben sich die Kontrahenten auf eine metaphysische Achterbahnfahrt, die mit jeder unerwarteten Kehrtwendung nicht nur die Gesprächssituation derart auf den Kopf stellt, dass einem schwindelig wird, sondern auch die Vergangenheit der beiden Duellanten neu schreibt.
„Enigma“, so der Titel des Bühnenstücks von Eric Emmanuel Schmitt, wurde 1996 im Pariser Theater „Marginy“ uraufgeführt. In der Rolle des Misanthropen Znorko: die Filmlegende Alain Delon. Dieses Jahr erschien im Audio-Verlag die vom MDR produzierte deutsche Hörspielfassung des Stückes. Die Schauspieler Jürgen Hentsch als Abel Znorko und Winfried Glatzeder in der Rolle des Erik Larsen lassen uns an einem philosophischen Streitgespräch der Meisterklasse teilhaben. Umrahmt werden die fesselnden Dialoge von kurzen Klavier-Variationen, eben den Enigma-Variationen von Sir Edward Elgar, nach denen das Stück benannt ist. Eine rundum gelungene Produktion und damit ein wahrer Ohrenschmaus!
Tipp: Am spannendsten ist das Stück, wenn man vor oder während des Hörens auf die Lektüre der Texte im Begleitheft zur CD verzichtet, hier wird leider etwas zu viel verraten . . . Lothar Derkorn
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