ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2001Migränetherapie mit Triptanen: Rizatriptan lindert Schmerzen in kurzer Zeit

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Migränetherapie mit Triptanen: Rizatriptan lindert Schmerzen in kurzer Zeit

Dtsch Arztebl 2001; 98(49): A-3311 / B-2667 / C-2591

Wehr, Alexander

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LNSLNS Etwa sechs bis acht Prozent aller Männer und zwölf bis 14 Prozent aller Frauen leiden unter einer Migräne. Vor der Pubertät beträgt die Häufigkeit der Migräne vier bis fünf Prozent. Jungen und Mädchen sind gleich häufig betroffen. Die höchste Inzidenz der Migräneattacken tritt zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr auf. Frauen sind in dieser Lebensphase dreimal häufiger betroffen als Männer. Darüber hinaus sind Migräneattacken bei Frauen meist länger und auch intensiver. Dies erklärt auch, warum Frauen in klinischen Studien zur Therapie der Migräne deutlich überrepräsentiert sind.
Metaanalyse mit 24 000 Migränepatienten
Mittlerweile haben sich vor allem Wirkstoffe aus der Klasse der Triptane in der Therapie der Migräne bewährt. Wenngleich die Unterschiede in Wirksamkeit und Verträglichkeit zwischen den derzeit verfügbaren Triptanen zwar gering sind, können sie für den jeweiligen Patienten aber durchaus von Bedeutung sein. Dieses Resümee zog Prof. Michael Ferrari (Leiden/Niederlande) aus den Ergebnissen einer Metaanalyse, die bei einer Veranstaltung der Firma MSD Sharp & Dohme in New York vorgestellt worden ist.
In die Metaanalyse sind die Daten von annähernd 24 000 Migränepatienten aus 53 kontrollierten klinischen Studien, bei denen Triptane eingesetzt wurden, eingegangen. Geprüft worden waren oral zu verabreichende Triptane meistens gegen Placebo, in einigen Studien auch direkt gegen andere Triptane. Inzwischen sind sechs unterschiedliche Wirkstoffe aus der Klasse der Triptane zugelassen: Rizatriptan, Zolmitriptan, Sumatriptan, Naratriptan, Almotriptan und Eletriptan. Referenzsubstanz, mit der in der Metaanalyse alle anderen Triptane verglichen wurden, war das Sumatriptan in der 100-mg-Dosierung. Der Grund: Sumatriptan ist am längsten zugelassen, sodass hier die Datenbasis am umfangreichsten war.
Wie die Ergebnisse der Analyse zeigen, waren die anderen Triptane nur in der höchsten empfohlenen Dosis signifikant wirksamer als die Referenzsubstanz. Nach Meinung von Ferrari ist der wichtigste und beste primäre Endpunkt einer Triptan-Studie aber die „Schmerzfreiheit nach zwei Stunden“.
Hier war Rizatriptan (Maxalt®) in der 10-mg-Dosierung signifikant besser als die Referenzsubstanz. Ähnlich war es beim Kriterium „anhaltend schmerzfrei“, und auch bei der Zuverlässigkeit, mit der das Triptan bei mehrfacher Anwendung wirkt. Auch hier schnitt Rizatriptan am besten ab.
Triptane haben ein günstiges Nebenwirkungsprofil
Die Rate unerwünschter Wirkungen war bei Naratriptan niedriger als unter Placebo, bei den übrigen Triptanen aber unterschied sie sich
nicht signifikant von der Placebo-Rate. Die Rate der zentralnervösen unerwünschten Wirkungen war unter Eletriptan höher als unter Placebo. Mit Rizatriptan steht ein Migränetherapeutikum zur Verfügung, das die Patienten hinreichend schnell und ausreichend lange schmerzfrei macht. Alexander Wehr
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