ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2001Arzneimittel: Versandhandel vor der Freigabe

AKTUELL

Arzneimittel: Versandhandel vor der Freigabe

Dtsch Arztebl 2001; 98(50): A-3324 / B-2804 / C-2604

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Sachverständigenrat überreicht Gutachten.

Bundesgesundheitsministe-rin Ulla Schmidt (SPD) will die Zuzahlung zu Medikamenten ändern und das Versandhandelsverbot für Arzneimittel aufheben. Die bisherige Zuzahlungsregelung beinhalte eine Fehlsteuerung, da zwischen Klein- und Großpackungen nur 2 DM Unterschied liege, sagte Schmidt am 7. Dezember in Berlin. Zum Versandhandel sagte sie, Deutschland dürfe keine Mauer um sich errichten. Beide Punkte werden auch im Gutachten des „Sachverständigenrats für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen“ gefordert, das Schmidt entgegennahm.
„Bei der bisherigen Zuzahlung gibt es für die Patienten keine Anreize, sich ein billiges Medikament zu besorgen“, kritisierte der Vize-Vorsitzende des Sachverständigenrates, Prof. Dr. Eberhard Wille. Der Rat schlägt einen einheitlichen Aufschlag vor. Zur Kostenersparnis sprechen sich die Experten ferner für mehr Wettbewerb der Apotheken untereinander aus. Die Preisbindung müsse aufgehoben werden. Dadurch würden die Abgabepreise sinken, was Einsparungen von einer Milliarde DM jährlich ausmachen würde.
Gespart werden kann nach Ansicht der Experten auch bei den „Scheininnovationen“, die zwar teurer seien, aber keinen therapeutischen Zusatznutzen enthielten. Eine unabhängige Institution, eine „4. Hürde“, müsse daher Kosten und Nutzen eines Medikaments abwägen. Rückendeckung erhielt Schmidt für ihre Pläne zur Erweiterung der Aut-idem-Regelung. Ferner plädierte der Sachverständigenrat für eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Medikamente.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema