ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2001KBV-Standpunkte zur Gesundheitsreform

POLITIK

KBV-Standpunkte zur Gesundheitsreform

Dtsch Arztebl 2001; 98(50): A-3336 / B-2812 / C-2611

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LNSLNS Als Antwort auf die durch mehrere Gutachten ausgelösten öffentlichen Diskussionen um die Qualität des deutschen Gesundheitswesens und die Notwendigkeit eines grundlegenden Systemwechsels mit Verlagerung der Gestaltungsmacht allein auf die Krankenkassen beschließt die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der KBV:
1. Die Basis für die politische Diskussion zur Gesundheitsreform ist und bleibt das Handlungskonzept der KBV zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens.
2. Der zur Begründung eines Systemwechsels erhobene pauschale Vorwurf, das deutsche Gesundheitswesen sei zu teuer und liefere dafür schlechtere Qualität als kostengünstigere Systeme, widerspricht der positiven Beurteilung des deutschen Gesundheitswesens durch die Patienten. Die für diesen Vorwurf herangezogenen Gutachten werden deswegen einer kritischen wissenschaftlichen Analyse unterzogen.
3. Die Konsequenzen einer Verlagerung der Gestaltungsmacht im Gesundheitswesen auf circa 400 konkurrierende Krankenkassen und die ihnen übertragene Einkaufsmacht gegenüber Ärzten, Apothekern und Krankenhäusern für die Qualität der ärztlichen Versorgung der Patienten und für die notwendige fachliche Unabhängigkeit der Gesundheitsberufe sind der Öffentlichkeit in einer PR-Aktion deutlich aufzuzeigen.
4. Die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung erarbeiteten Rahmenverträge für Disease-Management-Programme werden auf Bundes- und Landesebene allen Krankenkassen angeboten. Nur unter den darin festgelegten Anforderungen an die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität werden die KVen diese Verträge mit Krankenkassen abschließen. Die ärztlichen Berufsverbände werden aufgefordert, sich im Interesse einer einheitlichen Qualität der Versorgung unserer Patienten diesem Vorgehen anzuschließen.
5. Die Kassenärztlichen Vereinigungen entwickeln gemeinsam mit der KBV ein Konzept zur Weiterentwicklung der vertragsärztlichen Selbstverwaltungsstrukturen, um deren Handlungsfähigkeit gegenüber dem Wettbewerb der Krankenkassen zu verbessern.
6. Rechtzeitig vor der nächsten Bundestagswahl wird auf einem außerordentlichen Kassenärztetag die Position der Kassenärzte zur Gesundheitspolitik vorgelegt.
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