BRIEFE

Arztberuf: Etwas Trost

Dtsch Arztebl 2001; 98(50): A-3362 / B-2830 / C-2627

Kayser, Alexander

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LNSLNS Seit ich denken kann, klagen die Ärzte in den Krankenhäusern über zu viel Arbeit, schlechte Bezahlung, nicht bezahlte Überstunden und Ausbeutung. Nicht zuletzt deswegen wurde Mitte der 50er-Jahre der Marburger Bund gegründet. Vieles ist dadurch besser geworden, aber gemessen an anderen Arbeitnehmern ist die Belastung natürlich immer noch hoch. Aber lässt sich das wirklich grundlegend ändern, und vor allen Dingen, wird deswegen aus dem Arztberuf ein Albtraum? Vielleicht kann ich Sie etwas trösten. Ich habe 1953 mit 200 DM im Monat angefangen, bekam 1955 mit Frau und Kind 600 DM, hatte viele Jahre jede zweite Nacht und jedes zweite Wochenende Dienst, dann jede dritte Nacht und jedes dritte Wochenende, einen freien Nachmittag in der Woche, keine Nacht-, Bereitschafts- und Überstundenbezahlung. Trotzdem hat mir meine Arbeit immer große Freude bereitet, wobei ich allerdings das große Glück hatte, dass meine Familie immer zu mir gehalten und meine beruflichen Belastungen verstanden hat.
Außer einem Keuchhusten war ich nie krank und bin inzwischen ein 74-jähriger, recht fröhlicher Pensionär. Immer noch verheiratet, zwei Kinder und zwei Enkel und 33-mal das goldene Sportabzeichen. Sicher kann man vom Leben auch noch mehr verlangen, aber viele erreichen noch nicht einmal das.
Dr. med. Alexander Kayser, Birkenwaldstraße 165 c, 70191 Stuttgart
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