ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2001Parathormon bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose

MEDIZIN: Referiert

Parathormon bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose

Dtsch Arztebl 2001; 98(50): A-3374 / B-2838 / C-2635

goa

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LNSLNS Durch die tägliche subkutane Injektion von 20 µg oder 40 µg Parathormon (Aminosäuren 1 bis 34) konnte bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose das Risiko für Wirbelbrüche und andere Skelettfrakturen gesenkt und die Knochenmineraldichte insgesamt sowie in der Wirbelsäule und dem Femur gesteigert werden. Wie eine randomisierte placebokontrollierte Studie an 1 637 postmenopausalen Frauen mit Wirbelbrüchen in der Vorgeschichte zeigte, war das Hormon oder dessen aminoterminale Fragmente nach einer mittleren Beobachtungsdauer von 21 Monaten in der Frakturhäufigkeit und den seriellen Knochendichtemessungen dem Placebo überlegen: Die 40-µg-Dosis bewirkte eine stärkere Zunahme der Knochenmineraldichte als die 20-µg-Dosis, unterschied sich aber in ihren Wirkungen auf das Frakturrisiko nicht wesentlich und war mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Kopfschmerzen verbunden.
Verglichen mit allen anderen heute zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten sind diese Ergebnisse äußerst vielversprechend, sie werden aber überschattet vom vorzeitigen Studienabbruch, der erfolgt war, nachdem bekannt wurde, dass Ratten, die über einen größeren Zeitraum Parathormon (1–34) erhielten, Osteosarkome entwickelten – eine Beobachtung, die sich jedoch weder in Tierversuchen an Affen noch in anderen Studien oder bei Patienten mit primärem Hyperparathyreoidismus bestätigte. goa

Neer RM: Effect of parathyroid hormone (1–34) on
fractures and bone mineral density in postmenopausal women with osteoporosis. N Engl J Med 2001; 344: 1434–1441.

Robert M Neer, Massachusetts General Hospital and Harvard Medical School, Boston, USA.

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