ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2001HIV-1 bei kalifornischen Drogenabhängigen meist sexuell übertragen

MEDIZIN: Referiert

HIV-1 bei kalifornischen Drogenabhängigen meist sexuell übertragen

Dtsch Arztebl 2001; 98(50): A-3385 / B-2850 / C-2646

goa

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LNSLNS Häufig wird HIV-1 unter Abhängigen, die Drogen wie Heroin, Kokain oder Crack-Kokain konsumieren, über sexuelle Kontakte übertragen.
Dank diverser gesundheitspolitischer Programme zu den Gefahren, die vom unsachgemäßen Gebrauch des Spritzbestecks ausgehen, trat dieser Übertragungsweg in San Francisco in den Hintergrund, wie kalifornische Wissenschaftler im Rahmen einer Fall-Kontroll-Studie bei 58 serokonvertierten Fixern und 1 134 Kontrollfällen dokumentieren konnten. Dafür ist die sexuelle Übertragung nach wie vor ein vorrangiges Problem: Unter den Drogenkonsumenten sind weiterhin homosexuelle Männer (Odds Ratio 8,8) sowie weibliche Prostituierte (Odds Ratio 5,1) am stärksten gefährdet. Frauen unter 40 Jahren zeigten gegenüber älteren Frauen ebenfalls ein großes Risiko (Odds Ratio 2,8), wohingegen für Frauen, die in einer festen Beziehung mit einem Partner leben, der Drogen injiziert, das Infektionsrisiko kleiner war (Odds Ratio 0,32). Obwohl diese Ergebnisse wie bei allen Untersuchungen, die auch Eigeneinschätzungen berücksichtigen, eine potenzielle Verzerrung bergen, weisen die Autoren auf die Erfolge der bisherigen Aufklärungskampagnen hin und empfehlen, im Rahmen dieser Programme verstärkt auf das Risiko einer sexuellen Übertragung von HIV-1 hinzuweisen. goa

Kral AH et al.: Sexual transmission of HIV-1 among injection drug users in San Francisco, USA: risk-factor analysis. Lancet 2001; 357:1397–1401.

Alex H Kral, Urban Health Study, UCSF, 3180 18th Street, San Francisco CA 94110, USA.

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