ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2001Spanien/Provinz Soria: An den Ufern des Río Duero

VARIA: Reise / Sport / Freizeit

Spanien/Provinz Soria: An den Ufern des Río Duero

Dtsch Arztebl 2001; 98(50): A-3387 / B-2852 / C-2648

Gerst, Thomas

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LNSLNS Die Geier warten schon hoch oben in den Felsen, wenn man entlang dem Flusslauf durch den Naturpark Cañón del Río Lobos im Norden der spanischen Provinz Soria wandert. Der Fluss hat sich hier den Weg durch den Kalkstein gebahnt und eine bizarre Landschaft geschaffen. Am Ende der Schlucht trifft der Wanderer auf die im 12. Jahrhundert erbaute Einsiedelei San Bartolomé. Wer Lust auf Abenteuer hat, kann das verzweigte Höhlensystem in den Felsen erkunden.
Maurische Festung Gormaz. Fotos: Patronato Provincial de Turismo
Maurische Festung Gormaz. Fotos: Patronato Provincial de Turismo
Die Provinz Soria liegt abseits der großen Touristenströme rund 200 Kilometer nordwestlich von Madrid. Nur wenige Touristen aus dem Ausland finden den Weg dorthin. Bei den Südspaniern hingegen ist Soria in den Sommermonaten als Zufluchtsort vor der Hitze sehr beliebt. Während im Süden der Provinz im Sommer die verschiedenen Brauntöne der kastilischen Hochebene das Landschaftsbild bestimmen, prägen im Norden ausgedehnte Pinien- und Eichenwälder sowie fruchtbare Flusstäler das „grüne“ Soria. Eine besondere Attraktion ist die im Norden Sorias auf 2 000 Meter Höhe gelegene Laguna Negra, ein Bergsee inmitten einer von wuchtigen Felsquadern geprägten Landschaft.
Allerdings ist in der Provinz Soria – im Durchschnitt mehr als 1 000 Meter über dem Meeresspiegel gelegen – der Sommer kurz. Ende September, wenn es nachts schon empfindlich kalt werden kann, sind die Campingplätze fast leer, die Badestrände am Pozo-Stausee, beliebter Ausflugsort für die Bewohner der Provinzhauptstadt Soria, liegen verlassen da. Gerade jetzt ist eine ideale Reisezeit, um die kulturelle Vielfalt dieser Region an den Ufern des Río Duero kennen zu lernen. An vielen Orten trifft der Reisende auf Zeugnisse der wechselvollen Geschichte Sorias. Überliefert ist der heldenhafte Widerstand der Kelten von Numancia gegen die römischen Legionen unter dem Befehl des Cornelius Scipio. Auf einem Hügel unweit der Provinzhauptstadt Soria sind heute noch die Überreste des römischen Wiederaufbaus zu besichtigen.
Deutlich zu erkennen sind vielerorts die Spuren der jahrhundertelangen Vorherrschaft der Mauren, so etwa in Almazán, wo die Tore der wehrhaften arabischen Stadtmauer vom Widerstand gegen die christliche Reconquista künden, oder in Gormaz, wo eine große maurische Festung den Duero als Grenzlinie gegen den Ansturm aus dem Norden verteidigen sollte. Im Verlauf des 12. Jahrhunderts wurden die Mauren nach Süden zurückgedrängt. Stilelemente maurischer Baukunst haben sich jedoch in den nun entstehenden christlichen Sakralbauten des 12. und 13. Jahrhunderts erhalten. Ein besonders schönes Beispiel ist die romanische Kirche San Miguel in Almazán mit der im Mudejar-Stil verzierten Kuppel.
Eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Kunst: der Sarg des Bischofs San Pedro de Osma
Eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Kunst: der Sarg des Bischofs San Pedro de Osma
Die Stadt Soria ist das geschäftige Zentrum der Provinz. Reizvoll ist es, an Markttagen durch die Innenstadt zu schlendern. Nach einem Rundgang durch die vielen sehenswerten romanischen und gotischen Kirchen ruht man sich gerne im Stadtpark auf der Promenade Alameda de Cervantes aus. In Burgo de Osma, einem der ältesten Bischofssitze Spaniens, hat sich neben der gotischen Kathedrale ein baulich geschlossener Ortskern mit Arkaden entlang den Straßen und eine reizvolle Plaza Mayor erhalten. Ein eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Kunst ist der aus dem 13. Jahrhundert stammende Sarg des Bischofs San Pedro de Osma mit der Darstellung verschiedener Begebenheiten aus dem Leben des Heiligen.
Der Norden der Provinz Soria ist ein Dorado für Pilzkenner. Pilzgerichte fehlen auf keiner Speisekarte, und wer Gelegenheit hat, sollte sich in dem kleinen Ort Navaleno im Restaurant El Maño die köstlichen Caprichos Micológicos, darunter auch Trüffel- und Steinpilzgerichte, auftischen lassen. Überhaupt lässt sich in der Provinz in einfachen Restaurants zu moderaten Preisen sehr gut speisen. Auch die Weine aus der Region – Ribera del Duero – sind vorzüglich. Thomas Gerst


Weitere Informationen:
Spanisches Fremdenverkehrsamt
Grafenberger Allee 100
(Kutscherhaus)
40237 Düsseldorf
E-Mail: dusseldorf@tourspain.es
Internet: www.tourspain.de
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