ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2001Vordruck-Erläuterungen für die auf die Soziotherapie-Richtlinien bezogenen Vordruckmuster

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Vordruck-Erläuterungen für die auf die Soziotherapie-Richtlinien bezogenen Vordruckmuster

Dtsch Arztebl 2001; 98(50): A-3401 / B-2865 / C-2661

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LNSLNS Verordnung Soziotherapie gemäß § 37a SGB V (Muster 26)
1. Die Verordnung von Soziotherapie dürfen Ärzte vornehmen, die berechtigt sind, die Gebietsbezeichung Psychiatrie oder Nervenheilkunde zu führen. Zusätzlich ist deren Erklärung über die Kooperation in einem gemeindepsychiatrischen Verbund oder in vergleichbaren Versorgungsstrukturen notwendig.
2. Indikation für Soziotherapie ist gegeben bei Vorliegen einer schweren psychischen Erkrankung gem. Nr. 9. der Soziotherapie-Richtlinien mit Fähigkeitsstörungen aus allen in Nr. 10. der Soziotherapie-Richtlinien aufgeführten Bereichen und einem Schweregrad gemäß Nr. 11. der Soziotherapie-Richtlinien.
3. Diese Angaben sind auf dem Vordruckmuster vom verordnenden Arzt zu machen. Weiterhin soll sich der verordnende Arzt zur Prognose und zur Frage, ob durch die Verordnung Krankenhausbehandlung vermieden oder verkürzt wird oder ob diese nicht ausführbar ist, äußern.
4. Die Verordnung ist zusammen mit dem soziotherapeutischen Betreuungs-plan gemäß Muster 27 der Krankenkasse des Patienten zur vorherigen Genehmigung der Soziotherapie zu übermitteln.
5. Die Krankenkasse übernimmt bis zur Entscheidung über die Genehmigung die Kosten für die vom Vertragsarzt verordneten und vom soziotherapeutischen Leistungserbringer erbrachten Leistungen entsprechend der vereinbarten Vergütung nach § 132b Abs. 1 SGB V, wenn die Verordnung spätestens am 3. – der Ausstellung folgenden – Arbeitstag der Krankenkasse vorgelegt wird.

Soziotherapeutischer Betreuungsplan gemäß § 37a SGB V
(Muster 27)
1. Der soziotherapeutische Betreuungsplan ist das Ergebnis eines Abstimmungsgespräches zwischen verordnendem Arzt, soziotherapeutischem Leistungserbringer und Patient. Nach Abschluss der Probestunden ist der soziotherapeutische Betreuungsplan in Zusammenarbeit mit dem verordnenden Arzt auf seine Realisierbarkeit zu überprüfen, ggf. zu ändern oder die Soziotherapie zu beenden.
2. Das Vordruckmuster muss folgende Angaben enthalten:
– Therapieziele,
– verordnete und empfohlene Maßnahmen, deren Inanspruchnahme zu koordinieren ist,
– Angaben zur Durchführung der soziotherapeutischen Maßnahmen mit Art der Maßnahmen, Frequenz pro Woche/Monat und Zeitraum der Maßnahmen.
3. Der soziotherapeutische Betreuungsplan soll vom verordnenden Arzt, dem soziotherapeutischen Leistungserbringer und dem Patienten unterschrieben werden.
4. Der soziotherapeutische Betreuungsplan ist zusammen mit der Verordnung gemäß Muster 26 der Krankenkasse für die Genehmigung der soziotherapeu-tischen Leistungen vorzulegen.
5. Die Krankenkassen können im Rahmen des Genehmigungsverfahrens mit der Prüfung der verordneten Maßnahmen der Soziotherapie den Medizini-schen Dienst der Krankenkassen beauftragen. Falls erforderlich, sind dem Medizinischen Dienst vom soziotherapeutischen Leistungserbringer ergänzende Angaben zum Betreuungsplan gemäß den Inhalten der Nummer 19.1 der Sozio-therapie-Richtlinien zu übermitteln.

Verordnung bei Überweisung zur
Indikationsstellung für Soziotherapie
(Muster 28)
1. Andere Vertragsärzte als die gemäß den Soziotherapie-Richtlinien zur Verordnung der Soziotherapie befugten können den Patienten zu einem entspre-chend qualifizierten Arzt überweisen, wenn sie den begründeten Verdacht haben, dass bei diesem Patienten eine Indikation für Soziotherapie vorliegt.
2. Kommt der überweisende Arzt aufgrund seiner Kenntnis des Einzelfalles zu der Auffassung, dass der Patient nicht in der Lage ist, diese Überweisung selbstständig in Anspruch zu nehmen, kann der Arzt einen soziotherapeutischen Leistungserbringer per Verordnung hinzuziehen. Diese Verordnung erfolgt auf dem Vordruckmuster 28. Dabei sind vom Arzt Angaben zur Diagnose, zu der Dauer der bestehenden Erkrankung und ob Krankenhausbehandlung voraussichtlich durch die Maßnahme vermieden oder verkürzt wird oder nicht ausführbar ist, erforderlich.
3. Ziel dieser Verordnung ist die Motivierung des Patienten, die Überweisung wahrzunehmen. Zur Erreichung dieses Zieles stehen dem soziotherapeutischen Leistungserbringer maximal drei Therapieeinheiten zur Verfügung. Diese werden auf das Gesamtkontingent der Soziotherapie angerechnet, wenn es zur Verordnung von Soziotherapie gemäß Nummer 15. der Soziotherapie-Richtlinien kommt.
4. Lässt es sich nicht erreichen, dass der Patient die Überweisung zu einem zur Verordnung von Soziotherapie berechtigten Arzt wahrnimmt, oder kommt es nicht zur Verordnung von Soziotherapie durch einen entsprechend qualifizierten Arzt, sind die vom soziotherapeutischen Leistungserbringer erbrachten Therapieeinheiten dennoch berechnungsfähig. Die Abrechnung dieser Leistungen erfolgt auf dem Vordruckmuster 28.
5. Verordnungen gemäß Vordruckmuster 28 bedürfen nicht der vorherigen Genehmigung durch die Krankenkasse des Versicherten.
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