ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2001Embryonenforschung: Die EU jongliert

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Embryonenforschung: Die EU jongliert

Dtsch Arztebl 2001; 98(51-52): A-3405 / B-2869 / C-2665

Richter, Eva A.

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LNSLNS Sowohl die Gegner als auch die Befürworter der Forschung an embryonalen Stammzellen sind mit dem 6. EU-Forschungsrahmenprogramm für die Jahre 2002 bis 2006 einigermaßen zufrieden. Bewerkstelligt haben diesen „Spagat“ die EU-Forschungsminister. Sie beschlossen, die umstrittene Embryonenforschung durch die Europäische Union zu fördern. Gleichzeitig zogen sie jedoch Grenzen. Den Vorschlag der Minister nahm das Europäische Parlament in erster Lesung am 14. Dezember an. Einerseits sollen Forschungen an bereits in wissenschaftlichen Labors existierenden Stammzelllinien uneingeschränkt finanziert werden, ebenso die Forschung an embryonalen oder fetalen Stammzellen aus Schwangerschaftsabbrüchen. Forschung an „überzähligen“ Embryonen kann ebenfalls finanziert werden – allerdings nur, wenn sie in den Mitgliedsstaaten rechtlich zulässig ist. Bis zu einer Verständigung auf europäischer Ebene sollen diese Projekte jedoch zurückgestellt werden.
Andererseits verständigte sich der Ministerrat darauf, die Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken nicht mit EU-Mitteln zu
fördern. Auch Forschungsaktivitäten, die auf das reproduktive Klonen von Menschen zielen oder das menschliche Erbmaterial verändern, werden ausdrücklich nicht finanziert. Die Minister gehen noch weiter: Sie wollen auch das therapeutische Klonen nicht fördern. Dies hatte vor allem Großbritannien gefordert – im Gegensatz zu Deutschland, Österreich, Irland und Italien, die generelle Vorbehalte gegenüber der Embryonenforschung haben. Dr. med. Eva A. Richter
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