ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/200125 Jahre Norddeutsche Schlichtungsstelle: Behandlungsfehler-Prophylaxe als Vision

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25 Jahre Norddeutsche Schlichtungsstelle: Behandlungsfehler-Prophylaxe als Vision

Dtsch Arztebl 2001; 98(51-52): A-3425 / B-2886 / C-2682

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LNSLNS Wenn die Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern in einem Streit zwischen Arzt und Patient entscheidet, dann hat der Spruch häufig prozessvermeidende Wirkung. Eine Evaluation im Jahr 1998 hat ergeben, dass dies sogar in rund 90 Prozent der Auseinandersetzungen der Fall war. Kam es im Anschluss an ein Schlichtungsverfahren zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung, so wurde ebenfalls in rund 90 Prozent der Fälle die Entscheidung der Schlichter bestätigt. Darauf hat die Schlichtungsstelle der norddeutschen Ärztekammern aus Anlass ihres 25-jährigen Bestehens bei einer Veranstaltung Ende September in Jena hingewiesen.
Seit 2000 hat sie ihre Datenerfassung stärker differenziert. „Fachrichtungsbezogen können so unter anderem die Häufigkeit der verschiedenen Behandlungsanlässe, die beanstandeten Maßnahmen, die nachgewiesenen Fehler, die Ansprüche, der Schweregrad der Folge von Behandlungsfehlern, juristische Aspekte wie Dokumentationsmangel, schwerer Behandlungsfehler und so weiter erfasst werden“, wurde während der Veranstaltung erläutert. Solche Auswertungen machten aber nur Sinn, wenn die Erkenntnisse in die unmittelbare ärztliche Tätigkeit zurückflössen. Dies geschehe derzeit, indem man Kasuistiken in den regionalen norddeutschen Ärzteblättern und im Internet veröffentliche und sie in Vorträgen verbreite. Der Informationsbedarf der Ärzte lasse sich so aber bei weitem nicht abdecken. Eine mögliche zusätzliche Aufgabe sei in Zukunft die Behandlungsfehler-Prophylaxe.
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