ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2001Praxiszulassung: Billige Argumente zu Eigen gemacht

BRIEFE

Praxiszulassung: Billige Argumente zu Eigen gemacht

Dtsch Arztebl 2001; 98(51-52): A-3440 / B-2897 / C-2693

Hanke, Manfred

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LNSLNS Die Zweifel des Kollegen Hellmich „ob alle Kollegen mit 68 Jahren noch auf der Höhe der Zeit sind“, mögen ja berechtigt sein; die implizierte Vermutung, alle anderen unter 68 seien schon oder noch dort, ist wohl ein frommer Wunsch. Seine „provozierende Behauptung“, mit zunehmendem Lebensalter werde das Spektrum der erkannten Krankheiten immer kleiner, lässt sich zwar nicht widerlegen, sie lässt sich aber – entgegen seiner Vermutung – selbst im EDV-Zeitalter auch mithilfe des KV-Registers (welches Register ist da gemeint?) ebenfalls nicht beweisen.
Dem Kollegen Zimmer ist zuzustimmen, dass demjenigen über 68 die „Lebensgrundlage“ wohl nicht entzogen wird, wenn er denn aufhören muss. Wer’s bis dahin nicht geschafft hat, seinen Lebensunterhalt und Lebensabend abzusichern, dem wird bis 85 oder noch später Selbiges wohl auch nicht mehr gelingen. Außerdem: er muss ja nicht aufhören. Privatpatienten darf er bis zu seinem und deren seligen Ende behandeln.
Befremdlich für mich ist nicht die merkwürdige Argumentation der Kollegen, sondern die unausgesprochene Akzeptanz staatlicher Regulierungsmaßnahmen, die massiv in unsere Berufs-, Vertrags- und Niederlassungsfreiheit eingreifen. Wir haben uns schon so an die Beschneidung unserer grundgesetzlich verbrieften Rechte gewöhnt, dass wir gar nicht mehr darauf achten, wie diese schleichend außer Kraft gesetzt werden. Im Gegenteil: Wir machen uns überflüssigerweise auch noch die billigen Argumente selbst ernannter Fach-Politiker zu eigen. Eine kollegiale Solidarität, die der Kollege Zimmer beschwört und die sich in berechtigten, massiven Protesten manifestieren müsste, gibt es in unseren Kreisen sowieso nicht.
Dr. Manfred Hanke,
Werderstraße 33 b, 69120 Heidelberg
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