ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2001Leflunomid zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis: Leflunomid teurer als Referenzmedikamente

MEDIZIN: Diskussion

Leflunomid zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis: Leflunomid teurer als Referenzmedikamente

Dtsch Arztebl 2001; 98(51-52): A-3458 / B-2915 / C-2711

Kreck, Christoph

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LNSLNS Im Abschnitt „Pharmaökonomische Aspekte“ vergleichen die Autoren monatliche Kosten von Leflunomid mit Methotrexat, Etanercept und Infliximab. Die dort aufgeführten Beträge von 246,60 DM/Monat für Leflunomid, 310,22 DM für Methotrexat (MTX) und die um mehr als zehnfach höheren Beträge für die TNF-Alpha-Hemmer Etanercept und Infliximab erwecken den Eindruck, dass die Behandlung mit Leflunomid unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten besonders günstig wäre. Dies trifft jedoch nicht zu.
Bei MTX wurde von den Autoren eine parenterale Dosis von 22,5 mg viermal pro Woche (Schreibfehler?) herangezogen, was bezüglich des Applikationswegs und der Dosierung nicht dem fachlichen Standard entspricht. Als geeignete Referenz für einen Preisvergleich müsste vielmehr die orale Gabe von 7,5 mg bis 15 mg einmal pro Woche (mit oder ohne zusätzlicher Gabe von Folsäure) gewählt werden, da diese Dosierungen und der orale Applikationsweg in den klinischen Studien zugrunde gelegt wurden. Ebenfalls mit Leflunomid verglichen werden könnte Sulfasalazin in einer Dosierung von 2 g/Tag. Die Autoren schreiben selbst: „Bei der RA war Leflunomid in kontrollierten Studien (. . .) klinisch vergleichbar wirkungsvoll wie Sulfasalazin (SSZ)
2 g/Tag und Methotrexat (MTX) 15 mg/Woche oral.“
Die Einbeziehung der Frage der Wirtschaftlichkeit der Verordnung von Arzneimitteln in Übersichtsarbeiten zu neuen Arzneimitteln ist unverzichtbar. Zu Leflunomid hat der Bundes­aus­schuss der Ärzte und Krankenkassen einen Hinweis zur wirtschaftlichen Verordnungsweise bekannt gemacht (Deutsches Ärzteblatt, Heft 24 vom 16. Juni 2000). Dort finden sich auch drei Tabellen, die zeigen, dass die jährlichen Kosten für Leflunomid um das 5- bis 7-fache über denen von MTX/Folsäure und um circa das 2- bis 2,5-fache über denen von Sulfasalazin liegen. Die Kosten für Leflunomid liegen also deutlich höher als die der nach wissenschaftlichen Studien gleich wirksamen Referenzsubstanzen.

Dr. med. Christoph Kreck
Medizinischer Dienst der
Kran­ken­ver­siche­rung in Hessen
Zimmersmühlenweg 23
61440 Oberursel

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