ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2001Vardenafil: Selektive Therapie der erektilen Dysfunktion

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Vardenafil: Selektive Therapie der erektilen Dysfunktion

Dtsch Arztebl 2001; 98(51-52): A-3462 / B-2812 / C-2534

EB

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LNSLNS Mit der Einführung von Sildenafil (Viagra®) hat sich das Behandlungskonzept männlicher Potenzstörungen grundlegend geändert. Das Prinzip der Hemmung der Phosphodiesterase 5, eines Schlüsselenzyms in den Erektionsschwellkörpern, führt zu einer Konzentrationszunahme von cGMP, welches die Erektionseinleitung und Aufrechterhaltung fördert.
Auch Vardenafil (Bayer
Vital) gehört zur Substanzklasse der Phosphodiesterase-5-Hemmstoffe, unterscheidet sich gegenüber Sildenafil aber in einigen wesentlichen Punkten. Bezogen auf die Dosis, zeigte Vardenafil im Labor gegenüber Sildenafil eine neunfach höhere Potenz – das heißt, dass bereits bei niedrigen Vardenafil-Dosierungen (5, 10, 20 mg) eine vergleichbare Effektivität erzielt wurde, wie es bei den Sildenafil-Dosierungen von 50 und 100 mg der Fall war.
Zusätzlich zeigte sich, dass Vardenafil im Vergleich zu Sildenafil eine wesentlich höhere und gewünschte Selektivität gegenüber der Phosphodiesterase 5 hat und die in der Augennetzhaut dominierende Phosphodiesterase 6 kaum beeinflusst, sodass Störungen der Farbsehfunktion praktisch ausgeschlossen sind. Unter Vardenafil wird außerdem die maximale Plasmakonzentration schneller erreicht, „sodass viele Patienten bereits nach circa 20 Minuten eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion bekommen, bei Sildenafil hingegen meist erst nach 30 bis 45 Minuten“, so Prof. Hartmut Porst (Hamburg).
In einer vierarmigen, randomisierten Studie, die im Doppelblindversuch durchgeführt wurde, wurden 601 Patienten mit chronischen Erektionsstörungen unterschiedlicher Ätiologie über drei Monate mit 5, 10 oder 20 mg Vardenafil behandelt. Es zeigte sich, dass Vardenafil nicht nur bei allen Altersgruppen effektiv, sondern auch bei Diabetikern wirksam ist. Als Nebenwirkungen wurden genannt: Kopfschmerzen (sieben bis 15 Prozent), Gesichtsröte (elf Prozent), Sodbrennen (ein bis sieben Prozent) und verstopfte Nase (drei bis sieben Prozent). EB
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