ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2001Fremdwährungen: Heiße Kohle

VARIA: Schlusspunkt

Fremdwährungen: Heiße Kohle

Dtsch Arztebl 2001; 98(51-52): [92]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Geldmarktfonds 2,8 Prozent, keine Alternative; Festgeld 3,2 Prozent, auch mickrig; mit Aktien schon genug die Finger verbrannt und die ganze Jahresperformance eh völlig neben der Spur. Ein garstiges Klagelied, das derzeit viele Anleger anstimmen.
Dermaßen geplagt sind Sparer durchaus anfällig für Alternativen, die höhere Renditen versprechen. Und wenn sich dabei das Risiko – scheinbar – in Grenzen hält, gibt es oft kein Halten mehr.
Recht schnell gerät der Zinsjäger dann zu Währungs-tagesgeldkonten, wo durchaus üppige Zinsen winken. Der schlaue Investor wählt diese kurze Form deswegen, weil er glaubt, schneller auf Währungsverluste reagieren zu können als beispielsweise die länger gebundenen Käufer von Anleihen.
Je nach der gewählten Devise variieren die Zinsen aber recht stark. Beim Schweizer Franken gibt es vergleichsweise im Schnitt magere ein Prozent Zinsen. Kaum mehr dürfen die Käufer von ameri-
kanischen und kanadischen Dollars erwarten, bestenfalls zwei Prozent springen bei dieser Anlageform heraus. Etwas besser liegt das britische Pfund mit drei Prozent. Sie sehen, kaum ein Unterschied zur Deutschen Mark, zum Teil gibt es sogar geringere Renditen.
Richtig attraktiv wird es, optisch zumindest, beim neuseeländischen Dollar mit vier Prozent Zinsen. Einen saftigen Sprung nach oben schaffen indes Käufer von mexikanischen Pesos und dem südafrikanischen Rand. Ein Tagesgeldkonto in diesen beiden Währungen bringt es auf stolze acht Prozent.
Die Hitliste führt aber klar der polnische Zloty an. In dieser Währung winken dem Anleger sogar zweistellige Renditen. Wer bei der Volksbank Regensburg (Telefon: 09 41/5 84 73 21) nachfragt, darf sich auf zehn Prozent Zinsen einstellen und bei American Express (Telefon: 0 69/97 97 44 44) sollen Zloty-Konten sogar 12 Prozent abwerfen.
Doch Vorsicht. Währungskonten sind nichts für Leute mit schwachen und halbschwachen Nerven und für konservative Anleger ohnehin tabu. Es muss jedem klar sein, dass hohe Zinsen nichts anderes als eine Zitterprämie für mögliche Verluste in der Valuta sind. Je höher die Rendite, desto höher die Gefahr schmerzhafter Verluste. In der Vergangenheit hat sich übrigens immer wieder die Gültigkeit dieses Lehrsatzes bewiesen. Der schöne Schein kann also trügen. Wie so oft.
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