MEDIZIN: Referiert

Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft auf dem Prüfstand

Dtsch Arztebl 2002; 99(1-2): A-55 / B-41 / C-41

goa

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
Die Anzahl an Vorsorgeuntersuchungen kann ohne Gefahr für Mutter und Kind zur routinemäßigen Betreuung schwangerer Frauen verringert werden.
In einer von der WHO durchgeführten Metaanalyse aller Arbeiten, die sich mit der Einführung des neuen Modells beschäftigten, konnten sieben Studien identifiziert werden, die den strengen evidenzbasierten Kriterien der Cochrane Collaboration entsprachen. Es wurde untersucht, inwieweit die Reduktion der ärztlichen Kontrollen das Risiko für Präeklampsie, Harnwegsinfekt, postpartale Anämie, niedriges Geburtsgewicht sowie die mütterliche und peripartale Sterblichkeit beeinflusste. Obwohl die von den Autoren gewählten einzelnen Kriterien nicht in allen Studien gleich stark gewichtet waren und die Studienauswertungen sich in der Randomisierung (individuell und auf Klinik bezogen), dem Ort (vier Studien wurden in besser entwickelten Staaten durchgeführt) und den definierten Zielen (nur Reduktion der Anzahl oder Kostenprüfung) unterschieden, waren die Ergebnisse eindeutig: Die Reduktion der Routinevorsorgeuntersuchungen ist in allen von den Autoren als aussagekräftig definierten Kriterien nicht mit einem höheren Risiko für Mutter und Kind verbunden (lediglich bezüglich der perinatalen Mortalität war die Fallzahl für eine statistische Signifikanz zu gering). Die Erwartungshaltung der werdenden Mütter in der westlichen Welt scheint sich aber, gemäß den vorliegenden Daten, an dieses Modell erst noch anpassen zu müssen.
Die Aussagen über eine eventuelle Kostenersparnis sind, da nur zwei Studien sich mit diesem Aspekt beschäftigten, noch nicht repräsentativ. Wie erwartet, konnte jedoch eine leichte Kostensenkung dokumentiert werden. Dies ist, nicht nur für die Schwangeren, sondern insbesondere für die weniger entwickelten Staaten, ein wichtiger Ansatz. goa

Carroli G et al.: WHO systematic review of randomised controlled trials of routine antenatal care. Lancet 2001; 357: 1565–1570.

Guillermo Carroli, Centro Rosarino de Estudios Perinatales, Rosario, Argentinien.

    Leserkommentare

    E-Mail
    Passwort

    Registrieren

    Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

    Fachgebiet

    Zum Artikel

    Alle Leserbriefe zum Thema

    Login

    Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

    E-Mail

    Passwort

    Anzeige