ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2002Lipobay: Sammelklage eingereicht

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Lipobay: Sammelklage eingereicht

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Im Fall Lipobay wollen Rechtsanwälte Verhandlung vor US-Gerichten. Foto: dpa
Im Fall Lipobay wollen Rechtsanwälte Verhandlung vor US-Gerichten. Foto: dpa
Deutsche Geschädigte sollen in Klage vor US-Gericht einbezogen werden.

Der Münchener Rechtsanwalt Michael Witti und sein Kollege Kenneth B. Moll aus Chicago wollen deutsche Lipobay-Geschädigte in eine US-amerikanische Sammelklage gegen die Bayer AG und deren Tochtergesellschaften einbeziehen. Wie die Anwälte am 14. Januar in Berlin mitteilten, haben sie eine entsprechende Klage vor dem Distrikt-Gericht von Minnesota eingereicht. Die US-Richter müssen nun über die Zulässigkeit der Klage entscheiden.
Bayer hatte den Lipidsenker Lipobay, der in den USA unter dem Namen Baycol verkauft wurde, im August 2001 vom Markt genommen, weil weltweit mehr als 50 Todesfälle mit dem Präparat in Verbindung gebracht werden. Auf europäischer Ebene unterziehen derzeit die Zulassungsbehörden die gesamte Stoffgruppe der Statine einer erneuten Risikoanalyse.
Witti sagte, er beteilige sich für seine rund 2 000 Mandanten an der US-Sammelklage, um zu verhindern, dass US-Bürger hohe Ausgleichszahlungen erhielten, während Bürger anderer Staaten wenig oder gar nichts bekämen. „Es darf keine Opfer erster, zweiter und dritter Klasse geben“, so der Rechtsanwalt. Die von ihm angestrebte Entschädigung werde für Bayer „ganz signifikant teuer“. Sein Kollege Moll gab sich zuversichtlich, dass das amerikanische Gericht die Klage zulassen wird. Es sei erwiesen, dass Bayer Lipobay in den USA entwickelt, getestet und hergestellt habe. Deshalb müssten auch die Fälle ausländischer Geschädigter dort verhandelt werden. Der Bayer-Konzern hingegen hält den Versuch, einen ausländischen Gerichtsstand auszuwählen, für unzulässig. Streitigkeiten zwischen deutschen Staatsangehörigen und einem deutschen Unternehmen seien vor deutschen Gerichten auszutragen.
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