POLITIK: Kommentar

Unzumutbar

Dtsch Arztebl 2002; 99(4): A-160 / B-134 / C-130

TA

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LNSLNS Es lässt sich nicht leugnen: Das Wiederholen von Lernstoff, der sich während des Medizinstudiums angesammelt hat, neben einer Vollzeitarbeit im Praktischen Jahr ist eine Zusatzbelastung. Ob sie zu bewältigen ist, sei dahingestellt. Unzumutbar für den Patienten ist jedoch die Tatsache, dass künftig Studenten in den Klinikalltag geschickt werden, ohne dass bei ihnen die fachlichen Fähigkeiten ausreichend überprüft wurden. Ebenso unzumutbar ist diese Situation für den Arzt, der einen PJler betreut. Denn der Arzt muss die Verantwortung für seinen in der Ausbildung befindlichen Schützling übernehmen. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt jedenfalls scheint entschlossen, noch in dieser Legislaturperiode eine Reform zu verabschieden. Ihre finanzielle Kalkulation im Hinblick auf die neue Approbationsordnung sollte Ulla Schmidt noch einmal überdenken. Zwar kann der Staat durch Reduktion der Staatsprüfungen Geld einsparen. Im Gegenzug werden aber viele Studenten ein für den Staat teures Lernsemester nach dem PJ einlegen, um sich auf die wichtige Abschlussprüfung vorzubereiten. Deshalb hat die Fachtagung Medizin (FTM) der Ge­sund­heits­mi­nis­terin vorgeschlagen, den theoretischen Teil der Abschlussprüfung vor und den praktischen Teil nach dem PJ durchzuführen. Diesem Vorschlag stimmte Schmidt nach Angaben der FTM im Oktober 2001 inhaltlich zu. Dennoch war sie nicht bereit, den Änderungsvorschlag noch einzubringen, und verwies an die Kultusminister. Diese wurden in der Vergangenheit häufig als „Reformblockierer" beschimpft. Ob sie diesmal von ihrem Vetorecht für Studenten, die keinerlei Lobby haben, Gebrauch machen werden, bleibt offen. TA
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