ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2002Bundesweite Kampagne: „Rauchfrei 2002 – 10 000 Euro zu gewinnen“

POLITIK

Bundesweite Kampagne: „Rauchfrei 2002 – 10 000 Euro zu gewinnen“

Dtsch Arztebl 2002; 99(4): A-164 / B-138 / C-134

Pötschke-Langer, Martina

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Ärzte können die Aktion zum Anlass nehmen, um Patienten nach ihrem Rauchverhalten zu fragen und sie zu beraten.


Ziel der Nichtraucherkampagne „Rauchfrei 2002 – 10 000 Euro zu gewinnen“ ist es, möglichst viele Raucherinnen und Raucher dazu zu bewegen, mindestens vier Wochen lang – vom 1. Mai an – nicht zu rauchen. Teilnehmen können Raucher jeden Alters, die in den letzten zwölf Monaten täglich geraucht haben, und deren Helfer. Die Kampagne „Rauchfrei 2002“ ist Teil der internationalen Kampagne „Quit and Win“; sie findet in dieser Form zum zweiten Mal in Deutschland statt. Durch das Helfersystem werden die Raucher motiviert und von einer Vertrauensperson unterstützt.
Deutschland beteiligte sich 2000 erstmals zeitgleich mit mehr als 50 Ländern an der Kampagne „Quit and Win“, die in anderen Ländern bereits 1994, 1996 und 1998 stattgefunden hatte. An dieser Aktion beteiligten sich fast 25 000 Raucherinnen und Raucher, 18 917 meldeten sich über gedruckte Teilnahmekarten und 6 008 über das Internet an. Weltweit nahmen rund 400 000 Personen an der Kampagne teil. In einer Stichprobenbefragung zwölf Monate nach der Kampagne gaben 30 Prozent an, seit der Teilnahme Nichtraucher zu sein, weitere sechs Prozent bezeichneten sich selbst als Nichtraucher, erklärten jedoch, während der vergangenen Monate rückfällig geworden zu sein.
Die Ärzte nehmen einen Spitzenplatz ein in der Glaubwürdigkeit und Motivation eines Rauchers zum Rauchstopp. Ärzte können die Kampagne zum Anlass nehmen, um ihre Patienten nach dem Rauchverhalten zu fragen und sie zu beraten. Ein Nachsorgeplan sollte gemeinsam mit dem Patienten erstellt werden. Jedoch sollte stets darauf hingewiesen werden, dass die Eigenleistung und persönliche Motivation Voraussetzungen für eine erfolgreiche Raucherentwöhnung sind. Medikamentöse Therapie kann dann sinnvoll sein, wenn für den Patienten Sucht, Entzug oder Angst vor Entzug eine Rolle spielen oder ein hoher Zigarettenkonsum und ein früher Zeitpunkt der ersten gerauchten Zigarette auf körperliche Abhängigkeit schließen lassen. Dazu liegen die Empfehlungen der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, einem Fachausschuss der Bundes­ärzte­kammer, vor. Materialienpakete, die ein Plakat, einen Aufkleber und 50 Teilnahmekarten für Patienten enthalten, können bei der Koordinierungszentrale der Kampagne (Fax: 0 62 21/42 30 20,
E-Mail: Rauchfrei2002@dkfz.de) unentgeltlich angefordert werden. Unterstützt wird die Kampagne unter anderem von den Mitgliedern der Koalition gegen das Rauchen wie Bundes­ärzte­kammer, Deutsche Herzstiftung, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe und Deutsche Lungenstiftung. Sie wird gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Köln) im Auftrag des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums.
Der Startbeginn der Nichtraucherkampagne ist der 13. Februar.
Dr. med. Martina Pötschke-Langer
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