ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2002Klinikärzte: Feldzug begrenzen
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LNSLNS Der MB und die Befürworter des Volldienstes haben sich allerdings noch nicht klar gemacht, dass die Umsetzung des EU-Urteils die Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern vor eine ungleich härtere Belastung stellen würde. Der in einigen Fachgebieten bedrängende Ärztemangel – in der Psychiatrie und Psychotherapie nach einer Umfrage der Bundesdirektorenkonferenz in der Größenordnung von etwa 10 %, punktuell aber dramatisch stärker – würde am Tage wegen notwendiger Freizeitausgleiche zu einer massiven Arbeitsverdichtung für die wenigen verbliebenen Ärzte führen und die Patientenversorgung in Teilbereichen auf eine nicht mehr verantwortbare Minimalversorgung verschlechtern. Die Mehrbelastung der Budgets ist längst eine Fiktion, es fehlt der Nachwuchs. Letztlich würde die Attraktivität des Arztberufes weiter leiden. Der MB wäre gut beraten, seinen Feldzug zu begrenzen und dazu beizutragen, den betrieblichen Frieden dort, wo er noch gerettet werden kann, wieder herzustellen.
Prof. Dr. Andreas Spengler, Rotdornstraße 10, 31515 Wunstorf
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