ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2002Rauchverbot bei Morbus Crohn

MEDIZIN: Referiert

Rauchverbot bei Morbus Crohn

Dtsch Arztebl 2002; 99(4): A-193 / B-156 / C-152

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LNSLNS Während Patienten mit einer Colitis ulcerosa möglicherweise von Nikotin profitieren, ist für den Morbus Crohn eindeutig gesichert, dass eine negative Korrelation zwischen Nikotinkonsum und Rezidivrate besteht.
Die Autoren berichten über eine prospektive Studie, bei der 474 Raucher mit Morbus Crohn aufgefordert wurden, für mindestens ein Jahr das Rauchen aufzugeben. Als Kontrollgruppen dienten ein Kollektiv von Nichtrauchern und ein Kollektiv von Rauchern, die bezüglich Geschlecht, Alter, Lokalisation der Erkrankung und deren Aktivität identische Befunde boten.
59 Patienten (12 Prozent) stellten das Rauchen komplett ein. Während einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 29 Monaten (1 bis 54 Monate) lag bei ihnen das Risiko eines Crohn-Rezidivs deutlich niedriger als bei denen, die weiter rauchten (p < 0,001) und
unterschied sich nicht von der Rezidivrate bei Nichtrauchern. Das Operationsrisiko war allerdings in allen drei Gruppen gleich hoch.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Patienten mit Morbus Crohn, die für mehr als ein Jahr das Rauchen aufgeben, eine günstigere Prognose bezüglich Erkrankungsrezidiven aufweisen. w

Cosnes J, Beaugerie L, Carbonnel F et al.: Smoking cessation and the course of Crohn’s disease: An intervention study. Gastroenterology 2001: 120: 1093–1099.

Dr. J. Cosnes, Hôpital Rothschild, 33 Boulevard de Picpus, 75571 Paris cedex 12, Frankreich,
E-Mail: jaques.cosnes@rth.ap-hop-paris.fr

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