ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2002Der Körper als Instrument zur Bewältigung seelischer Krisen: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Der Körper als Instrument zur Bewältigung seelischer Krisen: Schlusswort

Resch, Franz

zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. Franz Resch in Heft 36/2001
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LNSLNS Der vorliegende Leserbrief spricht ein wichtiges Thema an: Es wird klar, dass in vielen Regionen Deutschlands die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung immer noch im Argen liegt. Es muss als unhaltbarer Zustand betrachtet werden, dass ein Kollege die Therapiebedürftigkeit einer Jugendlichen erkennt, diese Patientin auch therapiewillig ist, aber kein angemessenes therapeutisches Angebot in der Region zu finden ist! In persönlichen Gesprächen mit Vertretern des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums haben wir das Problem der kinder- und jugendpsychiatrischen Unterversorgung angesprochen und deutlich gemacht. Es wurde uns auch von Seiten des Ministeriums signalisiert, dass in diesem Bereich Handlungsbedarf erkannt worden ist. Wir hoffen, dass die Reaktion des engagierten Kollegen in Zukunft nicht Zynismus und Enttäuschung sein muss, sondern dass in absehbarer Zeit gut ausgebildete Therapeuten in allen Teilen Deutschlands für Jugendliche zur Verfügung stehen. Ein finanzielles Argument kann ich im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen nicht gelten lassen: Jeder am Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen eingesparte Euro rächt sich in der Folgezeit in explodierenden Kosten für Krankenhäuser und Gefängnisse. Unter präventiven Gesichtspunkten ist die kinder- und jugendpsychiatrische Therapie – gerade auch von so schwer beeinträchtigten Patienten wie solchen, die sich selbst verletzen –, eine notwendige und unabdingbare Maßnahme. Eine Gesellschaft muss darüber Rechenschaft ablegen, ob sie die Probleme und Anliegen von kranken Kindern und Jugendlichen ernst nimmt oder nicht.

Prof. Dr. med. Franz Resch
Kinder- und Jugendpsychiatrie
Universität Heidelberg
Blumenstraße 8
69115 Heidelberg

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