ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2002Antihypertensivum Valsartan: Eine Alternative bei Betablocker-Intoleranz

VARIA

Antihypertensivum Valsartan: Eine Alternative bei Betablocker-Intoleranz

Dtsch Arztebl 2002; 99(4): A-217 / B-182 / C-154

Dehne, Andreas

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Etwa 20 Prozent aller Erwachsenen haben zu hohen Blutdruck, im Lebensalter von 65 Jahren erhöht sich diese Quote auf 70 Prozent. Effektiv behandelt werden nach Schätzungen jedoch nur zehn bis 20 Prozent der Betroffenen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass ein enormes Reservepotenzial in der Behandlung der Hypertonie ruht.
Ein wichtiger Angriffspunkt der Hypertoniebehandlung ist die Inhibition des Angiotensin II und damit Reduktion seiner schädigenden Wirkungen wie Gefäßkonstriktion und Zellproliferation. Durch die seit den 80er-Jahren im Einsatz befindlichen ACE-Hemmer kann die Umwandlung von Angiotensin I in Angiotensin II jedoch nur teilweise gestoppt werden, da es alternative Stoffwechselwege gibt.
Die neue Substanzgruppe der AT1-Blocker wie Provas® (Novartis) kann diesen Rezeptor zur Vermittlung von Angiotensin II gezielt und unabhängig vom Stoffwechselweg blockieren, sodass damit ein überlegenes Wirkungsprinzip existiert.
Nachgewiesen ist für Valsartan eine Wirkung auf die Normalisierung der Gefäßstruktur. Dies kommt auch Hypertoniepatienten mit erektiler Dysfunktion zugute, weil Widerstandsgefäße im Corpus cavernosum normalisiert werden.
Bei Patienten mit einer Intoleranz für Betablocker sind AT1-Blocker bereits jetzt als Alternative zu empfehlen. Eine Mortalitätssenkung konnte bisher nicht sicher nachgewiesen werden. Gegenwärtig laufen mehrere Studien, welche folgende Fragestellungen bearbeiten:
- Beeinflussung der Mikroalbuminämie (MARVAL-Microalbuminuria Reduction with Valsartan);
- Wirkung von Valsartan auf die Prognose von Infarktpatienten (VALIANT-
Valsartan in Acute Myocardial Infarction);
- Veränderungen der Therapie der Herzinsuffizienz mit Valsartan zusätzlich zu ACE-Hemmstoffen (ValHeFT – Valsartan Heart Failure Trial);
- Blutdrucksenkung durch Valsartan und die Wirkungen auf Folgeerkrankungen Nephropathie, Neuropathie, Retinopathie (ABCD-2V-Endpunkt-Studie);
- Überprüfung von Valsartan auf prognostische Endpunkte im Vergleich zu anderen Substanzen (VALUE
– Valsartan Antihypertensive Long-term Use Evaluation).
Dr. med. Andreas Dehne
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema