ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2002Pädagogik: Die Welt neu erfinden

VARIA: Bildung und Erziehung

Pädagogik: Die Welt neu erfinden

Dtsch Arztebl 2002; 99(4): A-224 / B-178 / C-179

Bühring, Petra

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LNSLNS Donata Elschenbroich: Weltwissen der Siebenjährigen. Wie Kinder die Welt entdecken können. Verlag Antje Kunstmann, München, 2001, 260 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag, 16,77 A
Was sollte ein Kind in seinen ersten sieben Lebensjahren erfahren haben, können und wissen? Die Kinderforscherin Donata Elschenbroich stellte diese Frage in einer großangelegten Studie Menschen in England, Ungarn, Japan, den USA und Deutschland – quer durch alle Schichten und Altersgruppen. Entstanden ist eine Wunschliste für „Weltwissen“, die lebenspraktische, soziale und motorische Fähigkeiten ebenso umfasst wie kognitive und ästhetische Angebote – ein Bildungskanon für die frühe Kindheit. Die Autorin setzt sich dafür ein, dass der Wissensdrang von Kindern stärker gefördert wird, und gibt Anregungen, wie Eltern und Erzieher Kindern helfen können, die Welt zu entdecken. Dabei legt sie Wert darauf, dass das Kind die Welt nicht als etwas Vorgefundenes erfahren soll, sondern sie „neu erfinden“ muss. Dies basiert auf Erkenntnissen der Hirnforschung, die belegen, dass sich Synapsen im Gehirn des Kleinkinds vor allem dann bilden, wenn es „selbstbildend“ oder aktiv beteiligt ist.
Elschenbroich setzt sich dafür ein, dass Kindergärten als „Bildungsstätten“ betrachtet werden und nicht als bloße Aufbewahrungsorte für die Zeit, in der die Mutter zum Friseur geht. Der Kindergarten liefere ein „ideales Bildungsmilieu“, wo Kinder aller Schichten „Zeit für Experimente, fürs Üben, für Fehler und Wiederholungen“ haben. Dazu müsse mehr in die Ausbildung der Erzieherinnen investiert werden – Deutschland bildet mit Österreich das Schlusslicht bei der Qualität der Ausbildung. Sinnvoll sei ebenfalls, wenn Erzieherinnen die Möglichkeit hätten, Auslandspraktika zu absolvieren, um zu beobachten, „auf wie unterschiedliche Weise man ein guter Erzieher sein kann“.
Das letzte Kapitel des Buches behandelt die frühe Kindheit und Pädagogik in den genannten Ländern – sehr interessant, doch leider werden die unterschiedlichen Bildungsvorstellungen nur angerissen. Petra Bühring
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