ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2002Risiko-Lebensversicherung: Absicherung über den Tod hinaus

Versicherungen

Risiko-Lebensversicherung: Absicherung über den Tod hinaus

Dtsch Arztebl 2002; 99(4): [91]

Combach, Rolf

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LNSLNS Eine Risiko-Lebensversicherung kostet nur etwa ein Viertel so viel wie eine Kapital-Lebensversicherung und sichert die Hinterbliebenen ab.


Auf den ersten Blick erfüllen Risiko-Lebensversicherungen viele Wünsche. Meist sind sie relativ preisgünstig, und der Kunde erwirbt sofortigen Versicherungsschutz. Junge Familien oder Freiberufler nutzen diese Vertragsform gern in den finanziell noch engen Anfangsjahren. Bausparer kommen erst gar nicht darum herum. Denn Bausparkassen verlangen eine Risikoabsicherung bei der Darlehensvergabe.
Vom schnellen Schutz profitieren allerdings (im Unglücksfall) nur die Hinterbliebenen. Wer das Ende der Vertragszeit erlebt, erhält die Versicherungssumme nicht ausgezahlt. Denn: Risiko-Lebensversicherungen sind keine Altersvorsorge.
Oftmals notwendige Police
Im Millionen-Bestand der Lebensversicherungen (86 Millionen Verträge) spielt die Risiko-Sparte zwar nur eine vergleichsweise bescheidene Rolle, dennoch ist diese Versicherungsform für viele interessant und oftmals notwendig:
- als Restschuldversicherung für diejenigen, die hohe Bankkredite in Anspruch nehmen;
- als Einstieg in eine Kapital-Lebensversicherung für junge Familien, die noch keine hohen Prämien aufbringen können oder
- zur Absicherung von Bauspardarlehen.
Risiko-Versicherungen sind erheblich preisgünstiger als „normale“ Kapital-Lebensversicherungen. 250 000 A Versicherungssumme kosten bei 20-jähriger Laufzeit für einen 35-jährigen Mann rund 330 A, für eine gleichaltrige Frau um die 210 A. Eine Kapital-Lebensversicherung würde etwa das Vierfache kosten.
Stirbt der Versicherte vor Ablauf der Laufzeit, erhalten die Hinterbliebenen den vollen Betrag. Versichert ist das Risiko, dass beispielsweise der Ernährer einer mehrköpfigen Familie stirbt und seine Angehörigen unversorgt zurücklassen muss, oder finanzielle Verpflichtungen eingegangen werden, die die Hinterbliebenen im Todesfall vor einen Schuldenberg stellen würden. Deswegen bestehen beispielsweise Banken oder Bausparkassen darauf, dass Kredite oder Hypothekendarlehen durch Abschluss einer Risiko-Lebensversicherung entsprechend abgesichert werden.
Risiko-Versicherungen werden in der Regel für eine wesentlich kürzere Laufzeit abgeschlossen als Kapital-Lebensversicherungen. Im Durchschnitt sind es zehn Jahre, weniger ist möglich, und auch längere Laufzeiten bis zu 25 Jahren können vereinbart werden. Dies ist aber selten.
Zwischen dem 60. und 69. Lebensjahr endet in der Re-gel die Aufnahmebereitschaft der einzelnen Versicherungsgesellschaften für neue Risiko-Kunden. Auch ein Höchstalter wird festgesetzt, meist muss die Vertragslaufzeit bei einem Alter des Versicherten von 70 Jahren beendet sein. Das bedeutet: Kunden, die älter als 60 Jahre alt sind, können bei Vertragsbeginn nur kurze Laufzeiten vereinbaren.
Nach den Vorschriften der Aufsichtsbehörde müssen Versicherungsbeiträge immer so kalkuliert werden, dass die Verträge aller Kunden zu jedem Zeitpunkt erfüllt werden können. Sterblichkeit und Kostenentwicklung werden von den Anbietern so großzügig vorausberechnet, dass die Versicherer zwangsläufig Überschüsse erzielen. Die Ursachen können in geringerer Sterblichkeit, niedrigerem Verwaltungsaufwand und auch den möglichen Zinsgewinnen aus Kapitalanlagen liegen.
Diese Gewinne müssen zu mindestens 90 Prozent an den Kunden ausgeschüttet werden. Tatsächlich werden in der Regel oft sogar mehr als 95 Prozent der Überschüsse an die Versicherten weitergegeben. Rolf Combach
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