ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2002Wahlaktien: Alles Stoiro oder was?

VARIA: Schlusspunkt

Wahlaktien: Alles Stoiro oder was?

Dtsch Arztebl 2002; 99(5): [112]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Wenn die Börse wirklich ein so seismographischer Frühindikator für kommende Entwicklungen ist, wie vielfach behauptet wird, dann hätte die Proklamation von Edmund Stoiber zum Kanzlerkandidaten eigentlich die Kurse ziemlich bewegen müssen.
Nichts dergleichen geschah. Die Beantwortung der K-Frage wurde auf dem glatten Parkett überhaupt nicht zur Kenntnis genommen, so als ob es nicht wirklich um entscheidende Weichenstellungen in der deutschen Zukunftsgestaltung ginge.
Mal im Ernst. Prinzipiell glaube ich nicht, dass sich in der deutschen Wirtschaftspolitik sehr viel änderte, wenn es einen Kanzlerwechsel gäbe, dafür sind die fiskalischen und globalen Rahmenbedingungen viel zu einschnürend. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass es – salopp formuliert – einerseits typische Stoiberaktien und andererseits Schröderreagible Wertpapiere gibt. Die demoskopisch unterfütterte Ahnung, wer von den beiden voraussichtlich gewinnen mag, dürfte durchaus für eine Kategorie beflügelnd wirken.
Das glauben Sie nicht? Es gibt ähnliche Beispiele. Wer früh genug auf Bush setzte und mit dieser Meinung Tabak-, Rüstungs- und Ölaktien kaufte, sitzt heute auf fetten Kursgewinnen. Die Nase richtig in den Wind zu halten lohnt also.
Die eher sozialdemokratische Lust an der Reglementierung dürfte bei einem Verbleiben von Kanzler Schröder im Amt eindeutig die Aktien der Deutschen Telekom und der Post unterstützen, die es im Übrigen ja auch dringend nötig haben. Profitieren dürften auch die Automobiltitel, allen voran VW, daneben aber auch noch Konsumaktien.
Gewänne Stoiber, dann sollten speziell Energieversorger (Eon, RWE) auf der Gewinnerseite stehen, da der Bayer voraussichtlich den Atomausstieg rückgängig machen würde. Darüber hinaus dürften Medienwerte und Technologietitel avancieren.
Apropos: Wenn der Jürgen Möllemann wieder Regierungsmitglied werden sollte, was bei den Gelben sowohl prozentual als auch von deren Unterschlupfmentalität her möglich wäre, dann müssten auch noch andere Aktien in Betracht gezogen werden. Aber wer etwa stellt Fallschirme her, Juxartikel oder Luftschlösser? Suchet und findet.
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