ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2002Reform des Medizinstudiums: Gordischer Knoten

POLITIK

Reform des Medizinstudiums: Gordischer Knoten

Dtsch Arztebl 2002; 99(5): A-252 / B-198 / C-186

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LNSLNS In den ÄAppO-Verhandlungen zwischen Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium und den Wissenschafts- und Ge­sund­heits­mi­nis­terien der Länder scheint das ursprünglich größte Hindernis, nämlich die mit der Änderung der Ausbildungsstruktur verbundene Kapazitätsreduktion, weitgehend beseitigt zu sein. Eine geringgradige Kapazitätsverminderung (etwa zehn Prozent) könnten auch die Kultusminister akzeptieren. Unsicher dagegen ist die Einigung in einem Koppelgeschäft zwischen Änderung der Medizinerausbildung und Finanzierung der Polikliniken der Medizinischen Fakultäten. Der Vorschlag der Eingliederung der universitären Institutsambulanzen in die vertragsärztliche Versorgung stößt nicht nur auf den Widerstand der Kassenärztlichen Vereinigungen. Auch die für die Universitätskliniken Verantwortlichen haben Bedenken, das Risiko einer Finanzierung der ambulanten Bereiche über gleitende Punktwerte zu akzeptieren. Ob dieser Gordische Knoten durchschlagen werden kann, ist offen.
Auf dem Hintergrund dieser Probleme können die konzeptionellen Schwächen der vorliegenden Novelle der ÄAppO leicht aus dem Blickfeld geraten. Zu bedenken wäre, dass bei Einigung auf den vorliegenden Entwurf eine grundlegende, längerfristig tragfähige Reform der Ausbildung zum Arzt auf mindestens die übernächste Legislaturperiode des Bundestages verschoben wird.
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