ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2002Sterbehilfe: Rolle der Ärzte häufig zu wenig beachtet

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Sterbehilfe: Rolle der Ärzte häufig zu wenig beachtet

Dtsch Arztebl 2002; 99(5): A-278 / B-222 / C-209

Gaul, Charly

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LNSLNS . . Richtig ist, dass im Rahmen der Schmerztherapie oder anderer palliativmedizinischer Maßnahmen auch eine dadurch bedingte Lebensverkürzung in Kauf genommen werden kann. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass dies häufig überhaupt nicht der Fall ist und die dahin gehende Sorge unbegründet ist. Opiate in indizierter Dosis bei Tumorschmerzen oder terminaler Dyspnoe verabreicht, führen nicht zum früheren Versterben der Patienten. In der Diskussion um „selbstbestimmtes Sterben“, wie es im Titel der Arbeit von Prof. Taupitz heißt, wird die Rolle der Ärzte häufig zu wenig beachtet. Die ärztliche Einschätzung der Prognose eines Patienten und die daraus resultierende Aufklärung (ohne dem Patienten gegenüber nur Hoffnungslosigkeit zu zeigen) spielt in diesem Rahmen eine wichtige Rolle. Auch für die von mir strikt abgelehnte ärztliche aktive Sterbehilfe anstelle einer ärztlichen Sterbebegleitung mit Ausschöpfung aller palliativmedizinischen Maßnahmen ist eine Mitarbeit von Ärzten erforderlich; dieses Engagement würden wahrscheinlich die meisten Kollegen bei aktiver Sterbehilfe nicht leisten wollen . . .
Literatur beim Verfasser
Dr. med. Charly Gaul, Neurologische Klinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, 91054 Erlangen
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