ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2002Versorgung des Patienten im Status epilepticus durch Sanitäter

MEDIZIN: Referiert

Versorgung des Patienten im Status epilepticus durch Sanitäter

Dtsch Arztebl 2002; 99(5): A-294 / B-233 / C-220

goa

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LNSLNS Benzodiazepine sind unbestritten die Medikation der Wahl zur Behandlung eines Status epilepticus. Da jedoch der Großteil der betreffenden Patienten diese Krampfanfälle meist außerhalb der Klinik erleidet, stellte sich die Frage, ob die Gabe von Benzodiazepinen durch nichtärztliches Notfallpersonal sicher und wirksam ist.
Im Rahmen einer vergleichenden, doppelblinden und placebokontrollierten Studie wurde daraufhin 205 Patienten mit prolongierten oder repetitiven generalisierten Krampfanfällen von Sanitätern entweder 5 mg Diazepam, 2 mg Lorazepam oder Placebo (jeweils bei Bedarf auch zweimalig) intravenös verabreicht. Die Medikation mit Lorazepam hatte beim Eintreffen in der Klinik in 59,1 Prozent der Fälle zu einer Beendigung des Status und Wiedererlangen des Bewusstseins geführt, eine Diazepam-Injektion in 42,6 Prozent und die Gabe von Placebo in 21,1 Prozent der Fälle. Komplikationen im Bereich der Atemwege oder des Kreislaufs konnten bei 10,6 Prozent der mit Lorazepam und 10,3 Prozent der mit Diazepam behandelten Patienten beobachtet werden (gegenüber 22,5 Prozent der Patienten aus der Placebogruppe).
Die statistische Auswertung der Daten ergab nur einen leichten, aber nicht signifikanten Vorteil der Lorazepam-Medikation gegenüber Diazepam, so die Autoren, und erlaubt damit keine eindeutige Therapieempfehlung. Die Behandlung eines Status epilepticus auch durch nichtärztliches Notfallpersonal scheint jedoch ausreichend sicher und wirksam zu sein. goa

Alldredge BK et al.: A comparison of Lorazepam, Diazepam, and Placebo for the treatment of out-of-hospital status epilepticus. N Eng J Med 2001; 345: 631–637.

Brian K. Alldredge, Department of Clinical Pharmacy,
San Francisco General Hospital and the University of California, USA.

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