ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2002Phäochromozytom: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Phäochromozytom: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2002; 99(5): A-300 / B-239 / C-226

Lehnert, Hendrik

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LNSLNS Herr Prof. Michel teilt in seinem Leserbrief eine klinisch bedeutsame Anmerkung zur Behandlung der Blutdruckspitzen beim Phäochromozytom mit. Es ist richtig, dass Phentolamin derzeit in Deutschland nicht verfügbar ist. Wir haben an anderer Stelle ausführlich auf die Problematik hingewiesen und eine praktisch gleichlautende Empfehlung wie in diesem Leserbrief formuliert.
Grundsätzlich ist Phentolamin für intraoperative aber auch präoperative Hochdruckkrisen Mittel der Wahl; es werden 2,5 bis 10 mg langsam intravenös unter engmaschiger Kontrolle des Blutdrucks appliziert. Bei Bedarf kann die Injektion nach 15 bis 30 Minuten wiederholt werden. Es empfiehlt sich, trotz der schweren Beschaffbarkeit (Auslandsapotheke!) dieses Medikament auf endokrinologischen Stationen vorrätig zu lagern. Als Alternative wurden mit Urapidil (Ebrantil) gute Erfahrungen gemacht. Urapidil wird zunächst als Bolus langsam intravenös appliziert, beginnend mit einer Dosis von 25 mg, ebenfalls unter sorgfältiger Blutdruckkontrolle. Die Dosis kann auf 50 mg gesteigert und in schweren Fällen nach 15 bis 30 Minuten wiederholt werden. Urapidil kann im Anschluss an
die akute Situation auch kontinuierlich über eine Spritzenpumpe appliziert werden (ausgehend von einer Dosis von etwa 5 bis 10 mg/h). Dies muss selbstverständlich unter intensiver Überwachung erfolgen.

Prof. Dr. med. Hendrik Lehnert
Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten
Medizinische Fakultät
Zentrum für Innere Medizin
Otto-von-Guericke-Universität
Leipziger Straße 44
39120 Magdeburg

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