ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2002Moxifloxacin i. v.: Bei Pneumonie ist rasche Bakterizidie gefragt

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Moxifloxacin i. v.: Bei Pneumonie ist rasche Bakterizidie gefragt

Dtsch Arztebl 2002; 99(5): A-305 / B-250 / C-226

Vetter, Christine

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LNSLNS Eine Million Menschen sterben jährlich in Deutschland an einer ambulant erworbenen Pneumonie. Das verdeutlicht, wie wichtig eine antibiotische Behandlung ist, die sofort greift, die also durch eine hohe Bakterizidie des Antibiotikums die Keime rasch eliminiert. Eine solche Substanz stellt das Chinolon Moxifloxacin dar, wie bei einem internationalen Symposium in Paris dargelegt wurde.
Moxifloxacin, das ab 2002 auch in der parenteralen Form verfügbar sein wird, weist eine hohe antibakterielle Aktivität gegen gramnegative und auch gegen grampositive Keime sowie gegen atypische Bakterien und Anaerobier auf.
Bei sequenzieller parenteral-oraler Gabe hat der moderne Wirkstoff deutliche Vorteile, wie eine von Prof. Javier Garau (Barcelona) präsentierte Doppelblindstudie bei der ambulant erworbenen Pneumonie belegt. Die Patienten wurden entweder mit Moxifloxacin (Avalox®, Bayer AG) zunächst i. v., dann oral behandelt (n = 258) oder mit Amoxicillin-Clavulansäure (n = 113) und das gegebenenfalls in Kombination mit Clarithromycin (n = 167).
Bei der Monotherapie mit Moxifloxacin wurden mit 93,4 Prozent deutlich höhere klinische Heilungsraten erzielt als in der Vergleichsgruppe (85,4 Prozent), und auch die bakteriologischen Heilungsraten waren mit 94 Prozent signifikant besser als in der Kontrollgruppe (82 Prozent). Zwischen den Gruppen zeigten sich nach Garau weitere Unterschiede: So waren die Patienten unter Moxifloxacin in der Regel einen Tag schneller fieberfrei. Sie konnten früher auf eine orale Medikation umgestellt und auch früher aus dem Krankenhaus entlassen werden.
Die rasche Bakterizidie führte auch zu einer geringeren Mortalität: So verstarben an der Pneumonie unter Moxifloxacin 3,5, unter der Vergleichsmedikation jedoch sechs Prozent der Patienten. Signifikant war der Unterschied bei der Mortalität in den ersten 72 Stunden, die bei Moxifloxacin null Prozent betrug und in der Kontrollgruppe bei 2,2 Prozent lag.
Die rasche und zuverlässige antibakterielle Wirksamkeit des Chinolons dürfte – nach Prof. Karl Weiss (Montreal) – zudem günstige Auswirkungen auf das Resistenzpotenzial des Wirkstoffs haben, denn Resistenzen bilden sich nur, wenn mutierte Keime überleben und sich vermehren können. Christine Vetter
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