ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2002Aufbaustudiengang: Informationsmanagement in der Medizin

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Aufbaustudiengang: Informationsmanagement in der Medizin

Dtsch Arztebl 2002; 99(5): A-316 / B-252 / C-240

Kraus, Max-Joseph

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Auch wenn die Berufsaussichten für junge Ärzte im Krankenhaus infolge gerichtlicher Entscheidungen zum Bereitschaftsdienst und zahlreicher in Kürze ausscheidender Ärzte wieder besser zu werden scheinen – alternative Berufsfelder zum rein klinischen medizinischen Werdegang sind gefragt. Die Fachhochschule Heilbronn stellt sich im Verbund mit der Universität Heidelberg den durch eine zunehmende Computerisierung der Gesellschaft entstehenden Anforderungen auch für die Medizin: Seit dem Wintersemester 2000/ 2001 wird der Studiengang Informationsmanagement in der Medizin als Aufbaustudiengang für approbierte Ärzte angeboten.
In mindestens zwei, höchstens drei Semestern werden hier pro Jahrgang 15 Ärzte in den neuen Anforderungen fit gemacht. Während an der Fachhochschule Heilbronn im Wintersemester grundlegendes Know-how der Medizinischen und Praktischen Informatik, der Betriebswirtschaftslehre, der Struktur des Gesundheitswesen und des Projektmanagements vermittelt werden, bilden im Sommersemester an der Universität Heidelberg vertiefende Fächer aus der Medizinischen Informatik den Studienschwerpunkt: Informationssysteme des Gesundheitswesens, Medizinische Biometrie und Epidemiologie, Medizinische Dokumentation, Medizinische Signal- und Bildverarbeitung, Oberseminar Medizinische Informatik, Qualitätsmanagement in der Medizin, Theoretische Informatik, Wissensbasierte Diagnose- und Therapieunterstützung.
In der Zeit zwischen den Semestern entwickeln die Studenten im Rahmen des Softwarepraktikums gemeinsam ein größeres Computerprogramm und führen im Praktikum „Informationssysteme des Gesundheitswesens“ ein Projekt zu aktuellen Fragen der Medizinischen Informatik an der Universität Heidelberg durch. Das dritte Semester dient der Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit, nach deren Abschluss von der Universität Heidelberg der Titel „Master of Science“ verliehen wird.
Das Bild der Studenten ist bunt gemischt: Vom Assistenten aus der Inneren der Uniklinik bis zum angehenden Facharzt für Allgemeinmedizin, vom Nuklearmediziner bis zum Zahnarzt mit sechs Jahren Berufserfahrung, vom Facharzt für Chirurgie bis zum frisch teilapprobierten Arzt.
Die späteren Berufsbilder der Master-Studenten sind noch offen. Zu neu sind der Studiengang und die Möglichkeiten. Die bisherigen Absolventen sind sich aber sicher, dass sie mit ihrer neuen Qualifikation Schlüsselpositionen an der Schnittstelle zwischen Medizin und Informatik einnehmen können.
Informationen im Internet: www.med.uni-heidelberg.de oder
www.im.fh-heilbronn.de
Max-Joseph Kraus*

* Student im Studiengang Informationsmanagement in der Medizin, 2. Jahrgang
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