ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2002Ernährungsmedizin: Großes Interesse an zertifizierter Fortbildung

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Ernährungsmedizin: Großes Interesse an zertifizierter Fortbildung

Dtsch Arztebl 2002; 99(6): A-343 / B-277 / C-260

Kluthe, Reinhold; Gebhardt, Albrecht; Konold, Herta; Weingard, Anne

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LNSLNS Die Kurse nach dem Curriculum der Bundes­ärzte­kammer
sind ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht.


Die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin hat ihre seit 1984 laufenden ernährungsmedizinischen Kurse, in denen in den folgenden 15 Jahren 6 730 Teilnehmer zu verzeichnen waren, seit 1999 nach dem Curriculum der Bundes­ärzte­kammer ausgerichtet. Die Kurse wurden entwede in fünf Wochenendseminaren à 20 Stunden oder seit 2000 auch in einem elftägigen Kompaktkurs von 100 Stunden angeboten.
Seit dem ersten Kurs nach den neuen Kriterien des Curriculums im Februar 1999 haben 1 171 Ärztinnen (45 Prozent) und Ärzte (55 Prozent) den 100-Stunden-Kurs absolviert. 615 der Kolleginnen und Kollegen waren in eigener Praxis niedergelassen, 416 in der Klinik tätig. 79 verrichteten sonstige ärztliche Tätigkeiten. Bei 61 fehlt eine genauere Angabe.
Die Teilnehmer kamen aus allen Bundesländern, vorwiegend aus Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen, Baden-Württemberg und Niedersachsen.
Bei der Fachgebietsbezeichnung führen „Innere Medizin“ und „Allgemeinmedizin“ mit deutlichem Abstand.
Die Moderatoren waren fast ausschließlich langjährige Mitglieder der Akademie, und mehr als die Hälfte der Vorträge und Praktika wurde von Akademiemitgliedern gehalten.
Über eine Multiple-Choice-Prüfung hinaus wurde eine Fallprüfung eingeführt. Sie besteht in der Bearbeitung eines theoretisch konzipierten ernährungsmedizinischen Falls durch Diagnosestellung, klinisches Procedere und einzuleitende Diättherapie.
Bei den Multiple-Choice-Prüfungen waren insgesamt 75 Fragen zu beantworten. Dabei wurden im Jahr 2000 durchschnittlich 81,5 Prozentpunkte erreicht. Die Gebietsverteilung der Examensfragen umfasst neben Ernährungswissenschaft in erster Linie Gastroenterologie, Adipositas, Diabetes, gefolgt von Nierenhochdruckkrankheiten.
Ansporn zur Einrichtung weiterer Kurse
Die Teilnehmer, die die Prüfung bestanden haben, erhalten Bescheinigungen, dass sie den 100-Stunden-Kurs nach dem Curriculum erfolgreich absolviert haben. Von der Ärztekammer Westfalen-Lippe wird ein Zertifikat „Ernährungsmedizin“ ausgestellt. Nach wie vor sind die Kurse ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht. Dies sollte ein Ansporn für die Ärztekammern sein, möglichst Kurse nach dem Curriculum einzurichten und ähnlich wie die Ärztekammer Westfalen-Lippe zumindest eine zertifizierte Kursfortbildung „Ernährungsmedizin“ zu bescheinigen, die unter anderem auch auf dem Praxisschild ausgewiesen werden darf.
Für die klinische Weiterbildung in Ernährungsmedizin stehen nach vierjähriger Vorarbeit inzwischen deutschlandweit 22 Kliniken mit dem zertifizierten Schwerpunkt „Ernährungsmedizin“ zur Verfügung. Über dieses Modellprojekt wurde im Deutschen Ärzteblatt, Heft 15 vom 13. April 2001, berichtet.

Literatur
Kluthe R, Gebhardt A, Kasper H: Die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin beschreitet neue Wege. Akt Ernähr Med 26, 2001: 35–38.

Anschrift für die Verfasser:
Reinhold Kluthe, Albrecht Gebhardt,
Herta Konold, Anne Weingard
Reichsgrafenstraße 11, 79102 Freiburg
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