BÜCHER

Krebs im Endstadium

Dtsch Arztebl 2002; 99(6): A-353 / B-297 / C-277

Tanneberger, Stephan; Pannuti, Franco

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Palliativmedizin
Umfangreiche Erfahrungen
Stephan Tanneberger, Franco Pannuti: Krebs im Endstadium. Das Lebensende Krebskranker daheim: Illusion oder Herausforderung des 21. Jahrhunderts? W. Zuckschwerdt Verlag, München u. a., 2001, VI, 98 Seiten, 9,90 €
Die Autoren analysierten in brillanter Weise kritisch die Situation der palliativmedizinischen Betreuung in der westlichen Welt. Aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrungen im Umgang mit Krebspatienten sind sie in der Lage, sich in die Gefühlswelt der Betroffenen hineinzufinden und aufgeworfene Fragen – wie Ängste des terminalkranken Patienten – kompetent zu beantworten. Dabei wird auch die Problematik des Sterbens beziehungsweise der Euthanasie nicht ausgeklammert. Letzterer wird die von den beiden Autoren mit Leben erfüllte Idee der Eubiosie gegenübergestellt und erläutert.
Zentrales Thema ist die Betreuungsmöglichkeit zu Hause sowie deren medizinische und finanzielle Machbarkeit. Dabei wird eine notwendige stationäre Behandlung nicht als kontrovers betrachtet. Ausgehend von der historischen Entwicklung erfolgt eine ausführliche Darstellung aller ambulant verfügbaren Betreuungsmodelle (Hausarzt, Pflegedienste, Tagesklinik et cetera). Allein der Patient muss entscheiden, welche Versorgungsform seinen Vorstellungen am nahesten kommt. Die Familie nimmt bei diesem Betreuungskonzept eine Schlüsselstellung ein.
Die Autoren plädieren für ein integratives Versorgungskonzept, das Patient, Hausarzt, Klinik, Pflegedienste und Familie einschließt und dem Patienten ein hohes Maß an Lebensqualität sichert. Sie verstehen ihr Buch aber nicht als einseitige Unterstützung eines Betreuungsmodells, sondern als Aufruf zur gemeinsamen Arbeit. Die Autoren verweisen auch auf die Notwendigkeit der ständigen Weiterbildung aller am Home-Care-Modell Beteiligen. Nur so ist eine kontinuierliche Qualitätssicherung auch im palliativmedizinischen Sektor möglich.
Das Büchlein stellt eine Bereicherung für alle dar, die auf dem Gebiet der palliativmedizinischen Betreuung tätig sind. Dessen Wert wird durch die Aufarbeitung der einschlägigen internationalen Literatur noch gesteigert. Frank Förster
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema