ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2002Rheumamittel schützen vor Alzheimer

MEDIZIN: Referiert

Rheumamittel schützen vor Alzheimer

Dtsch Arztebl 2002; 99(6): A-364 / B-291 / C-274

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LNSLNS Der Morbus Alzheimer ist ein histologisch klar umrissenes Krankheitsbild, bei dem sich um Plaques entzündliche Infiltrate finden, die möglicherweise durch nichtsteroidale Antirheumatika gebremst werden können.
Die Autoren führten eine Analyse bei 6 989 Patienten im Alter von 55 Jahren und älter durch, die initial keine Hinweise auf eine Demenz boten. Während einer Beobachtungszeit von 6,8 Jahren entwickelten 394 Patienten eine Demenz, 293 einen Morbus Alzheimer, 56 eine vaskuläre Demenz und 45 andere Demenzformen. Analysiert wurde, ob eine Assoziation zwischen der Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika und dem Auftreten demenzieller Syndrome bestand, wobei die NSAR-Einnahme in drei Gruppen analysiert wurde: kurzfristige Einnahme (1 Monat oder kürzer), mittelfristige Einnahme (1 bis 24 Monate) und langfristige Einnahme (mehr als 24 Monate). Das relative Risiko für einen Morbus Alzheimer betrug 0,95 bei kurzfristiger NSAR-Einnahme, 0,83 bei mittelfristiger Einnahme und 0,20 bei langfristiger Einnahme, wenn Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Nikotinkonsum sowie Einnahme von ASS, H2-Blockern, Antihypertonika und Blutzucker senkenden Substanzen berücksichtigt wurden.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass eine langfristige Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika vor einem Morbus Alzheimer, nicht jedoch vor einer vaskulären Demenz schützen können. w

In’t Veld B A, Ruttenberg A, Stricker B H C et al.: Nonsteroidal antiinflammatory drugs and the risk of Alzheimer’s disease. N Engl J Med. 2001; 345: 1515– 1521.

Dr. B. H. C. Stricker, Department of Epidemiology and Biostatistics, Erasmus Medical Center, P. O. Box 1738, NL 3000 DR Rotterdam, Niederlande.

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