ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2002Allergische Reaktionen auf Metallimplantate: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Allergische Reaktionen auf Metallimplantate: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2002; 99(6): A-376 / B-301 / C-284

Thomas, Peter

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Allergische Reaktionen auf Metallimplantate können mit Hautmanifestationen wie Ekzem oder Urtikaria einhergehen. Sie wurden aber auch unter dem Bild von Wundheilungsstörungen, fehlender Frakturheilung oder „steriler“ Osteomyelitis beschrieben. Zu dem Standardvorgehen im Rahmen einer allergologischen Abklärung gehört der Epikutantest, auch wenn damit vermutlich nur ein Teil der zu periimplantärer Entzündung führenden Metallsensibilisierung identifiziert werden kann. Der Begriff „angry back“ beschreibt eine Situation, bei der unter Epikutantestung am Patientenrücken eine Vielzahl von Testreaktionen und/ oder ein Aufflammen von Ekzemen auftreten. Diese überschießende Reaktionsbereitschaft kann auf einer Sensibilisierung gegenüber vielen der getesteten Kontaktallergene beruhen, aber auch auf einer unspezifisch irritativen Ekzemauslösung. Dies erfordert vorsichtige, fraktionierte Nachtestung. Wenn möglich sollte davon das Aufflammen kontaktallergischer Reaktionen unter Testung des relevanten Allergens abgegrenzt werden, wie zum Beispiel eine Exazerbation von Nickel-induziertem Handekzem unter Nickel-und periimplantäre Spättyp-Überempfindlichkeitsreaktionen nur teilweise gemeinsam auftreten, gilt ein Schwerpunkt unserer derzeitigen Untersuchungen der Charakterisierung periimplantärer Immunreaktionen und der metallspezifischen Reaktivität zirkulierender Blutlymphozyten. Zu vermuten ist, dass periimplantäre Überempfindlichkeitsreaktionen nicht immer erkannt werden und teils von kutanen Reaktionen abweichende immunologische/molekulare Pathomechanismen haben.

Literatur
Thomas P, Meurer M: Immunopathien der Haut. In: Baenkler HW, ed.: Medizinische Immunologie. Landsberg: Ecomed Verlag 1996 Kapitel III: 1–96.
Thomas P: Allergologische Aspekte der Verträglichkeit von Biomaterialien. Biomaterialien 2000; 1: 37–42.

Priv.-Doz. Dr. med. Peter Thomas
Klinik und Poliklinik
für Dermatologie und Allergologie
der Ludwig-Maximilians-Universität München
Frauenlobstraße 9–11
80337 München

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige