ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2002Behandlung der schweren pulmonalen Hypertonie: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Behandlung der schweren pulmonalen Hypertonie: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2002; 99(6): A-376 / B-301 / C-284

Fabel, Helmut; Höper, Marius; Spiekerkötter, Edda

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LNSLNS Wir danken Herrn Borst für seine ergänzenden Anmerkungen, denen wir nur von ganzem Herzen beipflichten können. In dem Leserbrief wird zu Recht ein praktisches Problem bei der Umsetzung der aktuell anerkannten Therapie der pulmonalen Hypertonie angesprochen. Trotz Beendigung der europa- und deutschlandweit durchgeführten Studie zur Beurteilung der Wirksamkeit von inhalativ, oral und subkutan applizierten Prostaglandinen bei pulmonaler Hypertonie, sind die Zulassungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Somit existiert derzeit in Deutschland trotz klinisch breiter Erfahrung mit den Substanzen und nachweisbaren Behandlungserfolgen keine zugelassene Therapie der pulmonalen Hypertonie. Die Patienten sind somit auf eine Kostenübernahme der Krankenkassen nach vorher gestelltem Antrag angewiesen.
Erstaunlich ist, dass keine einheitliche Regelung der einzelnen Krankenkassen bei einer Kostenübernahme besteht. Man hat vielmehr den Eindruck, dass eine gewisse Willkür hinsichtlich einer Ablehnung oder Zustimmung je nach zuständigem Sachbearbeiter beziehungsweise MDK vorliegt, die nicht selten entscheidend für den weiteren Krankheitsverlauf der Patienten ist. Leider bekommt man in Gesprächen mit den verantwortlichen Stellen den Eindruck, dass nicht in allen Fällen die medizinische Sachlage soweit durchdrungen wurde, dass eine verantwortungsvolle Entscheidung überhaupt möglich wäre. Dennoch stehen die betroffenen Patienten und ihre behandelnden Ärzte solchen Entscheidungen weitgehend machtlos gegenüber.
Die Forschungsergebnisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Prostazyklin-Therapie eine entscheidende Säule im Behandlungskonzept der schweren pulmonalen Hypertonie darstellt, die heutzutage aus medizinischer Sicht keinem Patienten verwehrt werden darf. Als Ärzte sind wir verpflichtet, nach bestem Wissen und Gewissen die uns vertrauenden Patienten zu behandeln. Bei der Schwere des Krankheitsbildes mit sehr ungünstiger Prognose ist eine zügige Einleitung der Therapie ohne unnötige Verzögerung durch komplizierte Bewilligungsverfahren notwendig. Glücklicherweise sind viele Kassen weiterhin bereit, die Kosten für die Behandlung der schweren pulmonalen Hypertonie mit Prostaglandinen zu übernehmen, da sie Sinn und Notwendigkeit dieser Maßnahmen nachvollziehen können.

Prof. Dr. med. Helmut Fabel
Priv.-Doz. Dr. med. Marius Höper
Dr. med. Edda Spiekerkötter
Medizinische Hochschule Hannover
Abteilung Pneumologie
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover

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